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Am Sonntag Predigt zum Erntedankfest im Berliner Dom

Präses Rekowski: „Leitkultur Gottes ist Humanität und Nächstenliebe“

Pressemitteilung Nr. 176/2017

Berlin. Anlässlich des Erntedankfestes hat Präses Manfred Rekowski an die „Leitkultur Gottes“ erinnert: „Das Erntedankfest erinnert, aufmerksam zu bleiben, einen Blick auf all diese guten Gaben zu haben. Viele Menschen in unserem Land  fühlen sich bedroht von einer offenen Gesellschaft, und wenn sie nicht  bereits in sozialer Not leben, dann ist ihre Weltsicht  geprägt von Zukunftssorgen und Abstiegsängsten. Viele Menschen sind weit entfernt von einer Idee, wofür sie in unserem Land dankbar sind. Sie empfinden es sogar als Hohn, wenn man sie aufmerksam machen wollte auf eine von Dankbarkeit erfüllte und hoffnungsvolle Weltsicht“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland am Sonntag bei seiner Predigt im Berliner Dom.

„Frustration, Wut und Hass gedeihen prächtig. Konstruktive Gespräche werden sabotiert. Es ist für mich manches Mal unerträglich und widerspricht meinen Visionen vom Zusammenleben der Menschen unter dem Himmel Gottes“, so Rekowski weiter. Mit Blick auf den Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kap. 58) wandte sich der Theologe der „Leitkultur Gottes“ zu: „So sieht Gottes Wille aus: Der Mensch begegnet seinem Mitmenschen mit Humanität. Er wendet sich nicht ab vom Notleidenden, er teilt das Brot und den Wohlstand mit dem Hungrigen. Er dreht sich nicht weg und verschließt Fenster und Türen, wenn der Obdachlose herannaht. Dem Menschen, der ohne Pläne, Ziele, Visionen und Hoffnungen nackt und bloß vor uns steht, gewähren wir Wärme und Schutz. Entzieht euch nicht eurem Mitmenschen, gerade dem Menschen in der Not nicht, so hören wir den Propheten sagen.“ Befrage man die Bibel nach einer Leitkultur für das Zusammenleben, „dann spricht sie von Humanität und Nächstenliebe. Wohl keinem von uns fehlt die Phantasie, wie diese Worte des Propheten in unseren gegenwärtigen Alltag zu übertragen sind.“

Diese Leitkultur aus der Bibel zeige Christinnen und Christen auf, was ihnen aufgegeben ist: „Die Lücken schließen zwischen arm und reich, zwischen krank und gesund, zwischen Heimatlosen und Einheimischen. Und Wege ausbessern, die Menschen wieder zueinander führen, Wege, die in eine lebenswerte Zukunft weisen, ausbessern und reparieren.“

Berlin / EKiR-Pressestelle / 01.10.2017


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