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Präses Rekowski bei der Wiedereröffnung der Altstadtkirche in Monheim

„Teilt das, was ihr habt, mit denen, denen genau das fehlt.“

Pressemitteilung Nr. 175/2016

Monheim. Aufgabe der Kirche ist es, die Welt immer wieder an Gottes Verheißung zu erinnern. Das hat Präses Manfred Rekowski am dritten Adventssonntag in einer Predigt in Monheim unterstrichen und ergänzt: „Der Ruf zur Umkehr darf nicht verstummen in unserer Kirche. Unser Lebensstil des grenzenlosen Wachstums beutet unsere Erde aus. Er nimmt den Kindern die Lebensgrundlagen. Ein freier Markt entfaltet nicht nur positive Kräfte, sondern lässt die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehen. Unsere Gottvergessenheit lässt uns anfällig werden für Ansprüche, die das Leben nicht fördern, sondern viele überfordern“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Rekowski predigte anlässlich der Wiedereröffnung der Altstadtkirche in Monheim, die neun Monate lang saniert und renoviert worden war. „Sie haben eine Mammutaufgabe gemeistert. Respekt!“, wandte sich der rheinische Präses an die Gemeinde: „Heute stehen wir an der Stelle, wo es – dank vieler Spenden und Zuschüsse, kraft einer riesigen finanziellen Anstrengung dieser Gemeinde – wieder weitergehen kann mit gottesdienstlichem Leben in der Altstadtkirche. Dank allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Tag möglich wurde.“ Weil es weitergehe, müsse man weniger in die Geschichte schauen, sondern in den Blick nehmen, welche Aufgabe Kirche in Zukunft habe, sagte Manfred Rekowski in seiner Predigt über eine Umkehrpredigt Johannes` des Täufers aus dem Lukasevangelium.

Auch die Umkehrpredigt sei gute Nachricht, sei Evangelium, weil sie auf Jesus Christus verweise, der den neuen Weg vorgelebt habe. Die klaren Leitlinien des Täufers seien „durchschnittlich und erfüllbar. Sie wirken schlicht, aber würden sie realisiert, wären sie sehr wirkungsvoll: Wer mehr hat, als er braucht, soll mit anderen teilen. Wer Geld kassiert, soll sich nicht unrechtmäßig bereichern. Wer Machtmittel zur Verfügung hat, soll sie nicht gewalttätig gegen die Schwachen einsetzen“. Das, so Präses Rekowski, seien Grundsätze eines funktionierenden Gemeinwesens, das die Schwachen schützt und den Starken im Interesse des Gemeinwohls sinnvolle Grenzen setzt. „Machen wir es an einer Stelle mal konkret für uns heute: ,Wer zwei Hemden hat, gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso‘, sagt Johannes der Täufer. Hier wendet sich schlicht der Blick dem Nächsten zu. Wer ist der Nächste? Er wird zum Nächsten dadurch, dass er nicht hat, was du hast. Nicht dadurch, dass er unsere Sprache spricht. Nicht dadurch, dass er zu unserem Volk gehört. Nicht dadurch, dass er unserer Religion angehört. Nicht dadurch, dass er sich kleidet wie wir. Auch nicht dadurch, dass er unsere freiheitlichen Werte schon verinnerlicht hätte. Er wird zum Nächsten dadurch, dass er nicht hat, was du hast. Du hast ein Dach über dem Kopf, er nicht. Du lebst im geborgenen Zuhause eines Freundes- und Verwandtschaftskreises, er hat seine Heimat und seine Lieben verloren. Du lebst in Frieden, er nicht. Du bist Bürger eines demokratischen Staates, er hat Willkür und Gewalt erfahren. Du findest dich in deiner Heimat zurecht, er nicht.“

Das sei die Platzanweisung an die christliche Kirche, machte der Präses klar: „Teilt das, was ihr habt, mit denen, denen genau das fehlt.“ Darin werde die Verheißung Gottes sichtbar. Voll Freude und Dankbarkeit nehme die Evangelische Kirchengemeinde Monheim die Altstadtkirche wieder in Dienst. „Und wenn Gott es schenkt, wird es ein Haus der Verheißung, des Umkehrrufes und der kleinen gangbaren Schritte zum Nächsten hin, in der Nachfolge des gekommenen und des wiederkommenden Jesus Christus.“ 

Monheim / EKiR-Pressestelle / 11.12.2016


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