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Rheinischer Präses predigt zum Jubiläum 300 Jahre Dorfkirche Vluyn

Manfred Rekowski: Zentrale christliche Gedanken haben morgenländische Wurzeln

Pressemitteilung Nr. 38/2015

Das christliche Leben im Abendland hat Wurzeln, die tief ins Morgenland reichen. Daran hat Präses Manfred Rekowski beim 300-jährigen Jubiläum der Vluyner Dorfkirche erinnert. Wenn zum Beispiel vom Gotteshaus die Rede sei, einem Ort, an dem Gott wohne, dann verweise diese Vorstellung auf Gottes Versprechen an den biblischen David und die Israeliten, in ihrer Mitte zu sein. „Das dürfen wir nie vergessen, wenn wir uns über Gottes Gegenwart in unserer Mitte freuen wollen“, sagte der Leitende Geistliche der rheinischen Kirche: „Wir sind gnädigerweise durch Jesus Christus vom Gott Israels in den Wirkungskreis seiner Güte aufgenommen worden“, so Rekowski weiter, der damit auch auf den wegweisenden Beschluss der rheinischen Kirche von der bleibenden Erwählung Israels aus dem Jahr 1980 anspielte.

Der Gott Israels zeige der Kirche aber zugleich auch, wie es ist, mit leichterem Gepäck unterwegs zu sein. Die Wüstenwanderung des Volkes Israel ohne feste Gebäude sei so eine wertvolle „Zeit des leichten Gepäcks“ gewesen. „Gott ist wahrscheinlich mobiler und flexibler als wir“, sagte Präses Rekowski in Vluyn. Das mag in Zeiten trösten, so Rekowski weiter, „wo wir nicht mehr alle Kirchen und Gemeindehäuser halten können“.

Als weitere Beispiele für zentrale Vorstellungen des Christentums, die tief in der biblischen Tradition des jüdischen Volks verankert seien, nannte Rekowski die Sabbatruhe, modern gesprochen: ein Ruhepol für gestresste Menschen, oder den Ausblick auf ein lohnendes Lebensziel, die große Ruhe Gottes in der Vollendung, wie Rekowski in biblischer Sprache formuliert, wobei die Kirchen gleichsam Tankstellen auf dem Lebensweg seien.

Aber auch die christliche Forderung, Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen beizustehen, habe ihre Wurzeln in den Erfahrungen des Volkes Israel. „Die Antwort von christlichen Gemeinden auf die Not der vielen Flüchtlinge, die Schutz und Hilfe in unserem Land suchen, sollte nicht sein: ‚Lasst uns in Ruhe damit’, sondern eine Einladung in unsere Mitte, dahin, wo unser Gott Ruhe und Schutz schenken will im Raum seiner Gemeinde“, sagte Rekowski.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 25.01.2015


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