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Dank an Gemeinden und Kirchenkreise und Bitte um weitere Hilfe

Präses Rekowski wirbt: „Im Engagement für Flüchtlinge nicht nachlassen“

Pressemitteilung Nr.155/2014

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die aus den Krisen- und Kriegsgebieten in Syrien und dem Irak auch nach Deutschland kommen und der wachsenden Herausforderungen für Länder und Kommunen bei deren Unterbringung, bittet Präses Manfred Rekowski die Gemeinden und Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland in ihrem Einsatz für die Zufluchtsuchenden nicht nachzulassen und andere Gemeindeglieder für das Engagement für Flüchtlinge zu gewinnen. „Damit wollen wir Vorbild in unserer Gesellschaft sein. Wo immer neue Flüchtlingsunterkünfte entstehen, bitte ich Sie zu prüfen, wie auf die Flüchtlinge zugegangen werden kann und ob das kirchliche Engagement verstärkt werden kann. Eine weitere Möglichkeit wäre etwa, wenn jede Kirchengemeinde und jeder Kirchenkreis für Flüchtlinge eine Unterkunft bereitstellen könnte. Auch dies könnte ein gutes Signal an die ganze Gesellschaft sein“, schreibt Rekowski heute in einem Brief an die 732 rheinischen Kirchengemeinden und 38 Kirchenkreise zwischen Emmerich und Saarbrücken.

„Flüchtlinge willkommen zu heißen, sie zu begleiten und am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, stellt auch für uns in der Evangelischen Kirche eine besondere Herausforderung dar“, unterstreicht Präses Rekowski. Umso mehr danke er allen „ausdrücklich für das vielfältige Engagement für Flüchtlinge in Ihren Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und diakonischen Einrichtungen“. Der kirchliche Einsatz sei beachtlich: „Von der professionellen Flüchtlingsberatung über die Bereitstellung von Räumen für die Unterbringung und Finanzmittel für die Betreuung bis hin zu den vielen ehrenamtlichen Initiativen nehme ich wahr, dass wir uns den Flüchtlingen zuwenden, sie als Teil unserer Gesellschaft annehmen und damit auch in der Bevölkerung insgesamt für Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen werben. Wir wollen die Flüchtlinge willkommen heißen. Diesem Willkommen ein Gesicht zu geben – darin liegt sicher unsere Stärke. An vielen Stellen werden neue Unterkünfte in den Kommunen eingerichtet. Vielfach sind Kirchengemeinden bereits die ersten Ansprechpartnerinnen. Sie laden Flüchtlinge ein, veranstalten Nachbarschaftsfeste mit den Flüchtlingen, begleiten sie auf Behördengängen, organisieren Sprachkurse, sorgen für Möbel und vieles andere mehr.“

Die Evangelische Kirche im Rheinland und auch er selbst hätten immer wieder betont: um unserer Verantwortung und unserer wirtschaftlichen Kraft gerecht zu werden, müsse Deutschland deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen. „Zugleich haben wir deutlich Stellung bezogen, um einen stärker an den Flüchtlingen orientierten Flüchtlingsschutz hier bei uns anzumahnen, ebenso einen besseren Umgang mit besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, Mindeststandards in der Unterbringung zu setzen und eine gerechtere finanzielle Verteilung der Kosten zwischen Bund, Land, Kommunen u. a. zu fordern“, so der Repräsentant der mit rund 2,7 Millionen Mitgliedern zweitgrößten EKD-Gliedkirche. Allerdings brauche es auch wesentlich größere Anstrengungen, um die bestehenden Herausforderungen in der gegenwärtigen Krise der Aufnahme zu bewältigen: „In einzelnen Regionen unserer Landeskirche droht das System der Aufnahme zu kollabieren: die Betreuung ist überlastet, viele Kommunen suchen händeringend nach weiteren Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Missstände wie in NRW treten offen zutage.“

Aufgrund der gegenwärtigen besonderen Herausforderungen hatte die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, bereits im Januar 2014 250.000 Euro für die Flüchtlingsprojekte mit ökumenischen Partnern an den EU-Außengrenzen sowie weitere 250.000 Euro an Sondermitteln für die Flüchtlingsarbeit im Bereich der Landeskirche bereitgestellt.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 23.10.2014


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