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Jahrzehnte lang der Ökumene verbunden und für Versöhnung engagiert

Rheinische Kirche trauert um russisch-orthodoxen Erzbischof Longin

Pressemitteilung Nr. 130/2014

Mit großer Trauer nimmt die Evangelische Kirche im Rheinland die Nachricht vom Tod des russisch-orthodoxen Erzbischofs Longin auf. Der Erzbischof von Klin, Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland und Leitender Geistlicher der russisch-orthodoxen Maria-Obhut-Gemeinde zu Düsseldorf, ist am Montag im Alter von 68 Jahren gestorben.

Über Jahrzehnte habe Longin in der Stadt, in der auch das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland ihren Sitz hat, als Bischof und Erzbischof gewirkt, heißt es im Kondolenzschreiben von Präses Manfred Rekowski und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Longin war seit 1981 Bischof gewesen, seit 1989 Erzbischof. Dankbar sei die rheinische Kirche insbesondere für Longins Mitwirken in der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland, der Orthodoxen Bischofskonferenz und im Zentralausschuss der Konferenz Europäischer Kirchen, dem er acht Jahre lang angehörte. „Immer wieder, auch in schwierigen Zeiten, hat er sich für die Versöhnung eingesetzt und die Beziehung deutscher und russischer Christinnen und Christen nachdrücklich geprägt.“ Mit den Geschwistern in der russisch-orthodoxen Kirche und in der Orthodoxie in Deutschland „sind wir in Trauer verbunden“, heißt es weiter im Kondolenzschreiben.

Der Ökumene war Longin seit seinen Studienzeiten verbunden, erläutert Barbara Rudolph, Leiterin der Ökumene-Abteilung im Landeskirchenamt. Seine theologische Abschlussarbeit galt dem Ökumenismus-Dekret des II. Vatikanischen Konzils der römisch-katholischen Kirche, das vor genau 50 Jahren veröffentlicht worden wurde.

Longin wurde 1946 in einer russischen Emigrantenfamilie in Helsinki geboren. 1969 wurde er zum Mönch geweiht, noch im selben Jahr zum Priester, machte 1974 im damaligen Leningrad seinen Abschluss als Diplom-Theologe. Die Bischofsweihe 1981 gilt als erste und bisher einzige orthodoxe Bischofsweihe in Düsseldorf. Wenige Jahre nach dem Fall der Mauer wurde Longin mit dem Titel „Erzbischof von Klin“ zum Leiter der neu errichteten Ständigen Vertretung der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland ernannt. Von 1999 bis 2002 vertrat er zudem das Moskauer Patriarchat in Brüssel. Erzbischof Longin wird am Donnerstag in Bonn beigesetzt, an der Beerdigung werden auch Vertreter der rheinischen Kirche teilnehmen.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 27.08.2014


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