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Rheinland-pfälzischer Wissenschaftsminister Wolf beklagt Werteverfall

Evangelische Kirche soll kulturellem Gedächtnisverlust entgegenwirken

Pressemitteilung Nr. 9/2017

Bad Neuenahr. Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) hat einen zunehmenden Werteverlust in der Gesellschaft beklagt. Die Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit der Menschen nehme immer mehr zu, sagte Wolf in einem Grußwort vor der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Sonntagabend in Bad Neuenahr. Deshalb gehöre es zu den elementaren Aufgaben der evangelischen Kirche, „die Menschen für die Grundlagen ihrer Existenz empfänglicher zu machen und durch das Erinnern an die biblischen Quellen einem kulturellen Gedächtnisverlust entgegenzuwirken“.

Unsere Kultur sei stark verwoben mit der biblischen Tradition, legte Wolf dar. Die Figuren und Erzählungen der Bibel prägten unsere Gegenwartskultur bis in die Alltagssprache. Auch sei keine andere moderne europäische Sprache und Literatur so stark von der Bibel geprägt wie die deutsche – nicht zuletzt durch Luthers Bibelübersetzung.

Die Menschen ließen sich heute zunehmend von materiellen statt von ideellen Werten leiten, beklagte Wolf. An die Stelle einer verbindlichen Ethik und allgemeingültiger Werte sei eine „weiche“, der jeweiligen Situation angepasste Moral getreten. Weil auch „wirtschaftliches und gesellschaftliches Handeln häufig nicht von ethischem und moralischem Wollen geleitet“ werde, stelle sich die Frage, welche Orientierungshilfen die Menschen in einer Welt brauchten, die sich im Umbruch befinde. Der Landessynode wünschte Wolf, dass sie eine Sprache finde, „die die Menschen in ihrem Glauben, aber auch in ihrem Alltag wieder erreicht.“

Die 69. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am Sonntagnachmittag in Bad Neuenahr begonnen. Sie dauert noch bis zum kommenden Freitag (13. Januar). 

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Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 08.01.2017


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