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Präses ist derzeit in Ratingen zu Gast und predigt am Abend in Wuppertal

Tischrede am Reformationstag: „Es geht darum, Gott neu zu entdecken“

Pressemitteilung Nr. 148/2016 

Ratingen/Wuppertal. Worum es Martin Luther mit seinen vor 499 Jahren veröffentlichten 95 Thesen ging, ist auch heute noch aktuell. Das hat Präses Manfred Rekowski am Mittag in seiner Tischrede beim 4. Reformationsmahl in der Evangelischen Stadtkirche Ratingen unterstrichen: Luther habe keinen Masterplan zur Rettung der Kirche entwickelt, „sondern stellte Christus, den Glauben, die Schrift, die Gnade in den Mittelpunkt. Es geht ihm vor allem anderen um Glaubensvergewisserung. Anders ausgedrückt: Es geht darum, Gott neu zu entdecken“.

In diesem Zusammenhang habe die Reformationsbewegung die Bibel neu entdeckt. „Sie wurde ins Deutsche übersetzt und so zugänglich für alle. Die Bibel war Martin Luther so wichtig, dass er sagen konnte: sola scriptura, allein die Schrift. In der Bibel suchte und fand er stets das, was Christum treibet; anders gesagt: was zu Christus führt. In der Bibel hören und lesen wir Worte, die wir uns nicht selbst sagen können. Die Bibel ist ein Geschenk. Deshalb ist es mir eine besondere Freude, dass wir jedem von Ihnen heute nach dem Reformationsmahl - der Mensch lebt ja nicht vom Brot allein - eine neu revidierte Luther-Bibel schenken können.“

Heute Abend: Ein ökumenischer Gottesdienst in zwei Kirchen

Ökumenisch begeht der rheinische Präses den diesjährigen Reformationstag am Abend in seiner Heimatstadt Wuppertal. Dort predigt er in einem ökumenischen Gottesdienst, der in der (evangelischen) Gemarker Kirche beginnt und der nach einem kurzen Gang der Besucherinnen und Besucher in der nahegelegenen (katholischen) Kirche St. Antonius endet.

Kirche, so macht Manfred Rekowski in seiner Predigt in der katholischen Kirche deutlich, empfehle sich durch ihre Ausstrahlung den Menschen: „Die Zeiten der Selbstempfehlung unserer Kirchen auf Kosten der jeweiligen Schwesterkirche sollten vorbei sein. Als katholische und evangelische Kirche werden wir von der Gesellschaft gemeinsam in Haftung genommen.“ Vielleicht seien es zurzeit eher die schwierigen Entwicklungen in beiden Kirchen, die sie zusammenschlössen, als die vermeintlichen Vorzüge, die sie trennten. Bezogen auf den Predigttext aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther sagt er: „Paulus lenkt unseren Blick weg von Tradition, Besitzstand, Erfolgsrezepten hin zu den real existierenden Gemeinden. Unsere Gemeinden mit ihrem Gemeindeleben sind die Empfehlung für Kirche. Kirche ist Kirche vor Ort. Kirche ist die versammelte und den Glauben in Wort und Tat bezeugende Gemeinde.“

Ratingen/Wuppertal / EKiR-Pressestelle / 31.10.2016


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