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Vizepräses Pistorius wirbt für Offenheit von Gemeinden für fremde Menschen

„Über den Sinn des Lebens, das Beten und die Tagesschau ins Gespräch kommen“

Pressemitteilung Nr. 114/2015

Christinnen und Christen, Gemeinden und Kirche dürften sich nie allein mit dem Kreis derer zufriedengeben, die noch zum Gottesdienst kommen, die sich in der Gemeinde engagieren, die aktiv sind und mitmachen. Das hat Vizepräses Christoph Pistorius am Sonntag in Koblenz unterstrichen: „Wir müssen alles dafür tun, dass sich alle Menschen eingeladen wissen. Das Erleben von Gemeinschaft und Gemeinde ist sicher ein wichtiger Grund für die Menschen, die am Gemeindeleben teilnehmen. Aber die Gemeinschaft muss stets auch eine Offenheit für neue Menschen, für andere Menschen haben, für Menschen, die uns erstmal fremd sind“, sagte der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland bei seiner Gastpredigt in der Pfaffendorfer Kirche.

„Es gibt viele Chancen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen – über den Glauben, über den Sinn des Lebens, über das Beten und die Tagesschau, und auch darüber, was christliche Freiheit uns bedeutet. Es gilt, diese Chancen zu sichten, sie aufzuspüren und zu ergreifen. Es gilt hinzuhören, was die Menschen beschäftigt. Und das gilt nicht nur für die Profis: Pfarrerinnen, Sozialpädagogen und Kirchenmusiker, sondern für alle Christinnen und Christen“, sagte Pistorius in seiner Auslegung der biblischen Geschichte von großen Abendmahl. Darin bitten die geladenen Gäste um Entschuldigung, weil sie aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Fest kommen, das ein Hausherr ausrichten will. Statt ihrer lässt der Gastgeber Menschen „von den Hecken und Zäunen“ einladen, damit sein Haus voll werde.

Religionssoziologen hätten gerade in den vergangenen Wochen in aktuellen Studien noch einmal darauf hingewiesen, dass Religion und Glaube für die meisten Menschen hierzulande nicht mehr so wichtig seien, erklärte Vizepräses Pistorius. „Und das hängt nicht einmal damit zusammen, dass die Menschen sich aus Ärger über ihre Kirche oder ihren Pfarrer vom Glauben abwenden, sondern schlicht und einfach, weil ihnen Religion nicht mehr so wichtig ist. Weil sie lieber am Sonntagmorgen ins Fitnessstudio gehen als in den Gottesdienst.“ Umso wichtiger sei es, dass Gemeinden Menschen in Offenheit und mit Interesse begegneten – unabhängig von Bildung und Frömmigkeit.

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Düsseldorf/Koblenz / EKiR-Pressestelle / 14.06.2015


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