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Architekturpreis der rheinischen Kirche zum zweiten Mal vergeben

Vielfalt, künstlerische Einrichtung, Öffnung zur Stadt: Ausgezeichnete Kirchenräume

Pressemitteilung Nr. 204/2015 

Düsseldorf. Zum zweiten Mal ist heute, am 27. November, in Düsseldorf der Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland vergeben worden. Prämiiert wurden mit der undotierten Auszeichnung Neubauten oder Umbauten in den Kategorien „Kirchenraum“, „Gemeindehaus“ und „Gebäudebezogene künstlerische Ausstattung“, außerdem wurde der Sonderpreis der Wilhelm-Schrader-Stiftung vergeben.

„Mit dem Bau von Kirchen und Gemeindehäusern und in der Entfaltung wunderbarer Architektur wollen Menschen seit Jahrhunderten Gott loben und preisen und ehren“, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski. „Viele Menschen besuchen nicht mehr die Gottesdienste, aber Kirchen zu besichtigen gehört zum kulturellen Programm im Urlaub. Und – bei aller Distanz zur Kirche – erleben Menschen in prächtigen und ansprechenden Gebäuden heilige Schauer. Sie spüren etwas davon, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als augenscheinlich ist.“

In der Kategorie Gemeindehaus hat der Jury das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hermeskeil-Züsch (Landkreis Trier-Saarburg) am besten gefallen. Herausgestellt wird in der Begründung die Idee eines kleinen Gemeindezentrums im Garten des Pfarrhauses aus Materialien mit Ortsbezug, mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und in Blicknähe zu Kirche und Pfarrhaus. „Das Gebäude wirkt in seiner Schlichtheit unaufgeregt und in die Zukunft orientiert und zeigt, dass Gemeindehäuser auch als kleine, gut geplante Objekte dem Gemeindeleben eine Heimat geben können.“

http://www.ekir.de/bauberatung/gemeindehaus-547.php

Für die künstlerische Ausstattung wurden die Gemeinde und die Architektin der Gestaltung des Weseler Doms ausgezeichnet. Das Preisgericht sei beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der sich die neuen Prinzipalstücke (darunter versteht man Altartisch, Taufbecken und Kanzel oder Lesepult) in die Architektur des Domes einfügen, heißt es in der Begründung. Presbyterium und Förderverein hätten das strikte Entwurfskonzept der Architektin vertreten und mit der Öffentlichkeit diskutiert: „Dies wird durch das Preisgericht als sehr angemessene Haltung auch im Hinblick auf die Bedeutung des Weseler Domes gesehen.“

http://www.ekir.de/bauberatung/kuenstlerische-ausstattung-548.php

In der Kategorie Kirchenraum ging der Preis an das Projekt zur Umgestaltung der Lutherkirche in Elsdorf (zwischen Bergheim und Jülich). Mit vergleichsweise geringen Gestaltungsmitteln sei ein qualitativ hochwertiger kleiner Kirchenraum geschaffen worden, heißt es in der Begründung der Jury. „Besonders hervorzuheben ist die ausgewogene und eindeutige Gestaltung des Kirchraumes durch die Neugestaltung des Altarraumes und die feine Abstimmung der in Nuancen differenzierten Glasscheiben der Fenster.“

http://www.ekir.de/bauberatung/kirchraum-549.php

Einen Sonderpreis, die „Besondere Auszeichnung“, vergab die Jury für die Stadtkirche Solingen wegen des außergewöhnlichen Konzeptes der Vernetzung von Kirchengemeinde und Bürgergemeinde. Kennzeichnend dafür sei ein neuer Eingang zum nördlich gelegenen, zentralen Platz „Fronhof“ und durch ein neues öffentliches Café vor dem früheren Kircheneingang.

http://www.ekir.de/bauberatung/besondere-auszeichnung-550.php

Der Sonderpreis der Wilhelm-Schrader-Stiftung in Höhe von 3000 Euro geht nach Essen und würdigt das neue Konzept der Kreuzeskirche, die einem privaten Investor überlassen wurde. „Die neue Gestaltung des Kirchenraums für Kongresse, Feste und weitere Veranstaltungen sowie für den Gottesdienst ermöglicht eine gemeinsame Nutzung der Kirche, von der alle Beteiligten profitieren“, heißt es in der Begründung der Jury.

http://www.ekir.de/bauberatung/sonderpreis-wilhelm-schrader-stiftung-551.php

Der Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland wurde 2012 zum ersten Mal verliehen und wird alle drei Jahre ausgelobt. Der Preis soll die Anstrengungen der Kirchengemeinden und Kirchenkreise würdigen, in Zeiten knapper Geldmittel ihre Gebäude einladend und mit evangelischem Profil zu gestalten.

Eine Ausstellung aller eingereichten Projekte ist im Düsseldorfer Landeskirchenamt noch bis zum 18. Januar 2016 zu sehen.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 27.11.2015


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