Logo EKiR

Vizepräses Pistorius beim Jahresempfang des Stadtdekanats Duisburg

Mitmenschlichkeit ist die wichtigste missionarische Aufgabe der Kirchen

Pressemitteilung Nr. 81/2016 

Duisburg/Düsseldorf. Die Rolle der beiden großen Kirchen bei der Aufnahme von Flüchtlingen hat Vizepräses Christoph Pistorius beim Jahresempfang des Katholischen Stadtdekanats Duisburg am heutigen Mittwochabend herausgestellt. Angesicht einer großen Verunsicherung in Teilen der deutschen Bevölkerung plädierte der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland für „einen ökumenischen Schulterschluss aller Christinnen und Christen und der Kirche“. Viele aktive Mitglieder beider Kirchen reagierten bereits jetzt vor Ort in den Kirchengemeinden mit großer Hilfsbereitschaft auf die Situation der Flüchtlinge.

„Als Christinnen und Christen sind wir MitMenschen“, sagte Pistorius mit Hinweis auf eine Mitmachaktion gegen Fremdenfeindlichkeit, die die rheinische Kirche gestern offiziell gestartet hat (siehe Pressemitteilung Nr.80/2016 vom 17. Mai: Christinnen und Christen zeigen Gesicht: „Wir sind MitMenschen!“). „Wir stehen ein für Mitmenschlichkeit in dieser Gesellschaft“, sagte das Mitglied der rheinischen Kirchenleitung weiter. Mitmenschlichkeit zu zeigen, sei angesichts der aktuellen Herausforderungen die „wichtigste missionarische Aufgabe, die sich unseren Kirchen gegenwärtig stellt.“

Christinnen und Christen redeten von Mitmenschlichkeit im Bewusstsein dessen, dass Gott in Jesus Christus selbst Mensch geworden ist. Welche ethischen Konsequenzen daraus gerade auch in der derzeitigen Flüchtlingskrise zu ziehen seien, habe Jesus selbst so formuliert: „Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mit getan.“ Christlich geprägte Mitmenschlichkeit äußere sich in Offenheit, Zugewandtheit, Toleranz und Respekt, und zwar auch gegenüber denen, die einem unsympatisch seien. Und sie zeige sich in der „Gastfreundschaft und Schutz und Herberge für Fremde und Flüchtlinge“.

Eine christlich geprägte Mitmenschlichkeit wende sich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, sagte Pistorius in Duisburg weiter. „Wir protestieren, wo Hass gesät wird mit Anlehnung an die Sprache der 30-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sprache, die Ausdruck eines Denkens war, das in die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte führte.“

Christlich geprägte Mitmenschlichkeit betreffe auch die freie Religionsausübung. „Wir halten unseren christlichen Glauben für die beste Option, das Leben getröstet, orientiert und hoffnungsvoll in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig wünschen wir uns eine staatliche Öffentlichkeit, die Respekt hat vor unterschiedlicher Religiosität aller Bürgerinnen und Bürger“, sagte Pistorius. „Wir stehen für Toleranz und Offenheit gegen Menschen anderen Glaubens, nicht obwohl wir Christen sind, sondern weil wir Christen sind.“

Vizepräses Pistorius ermutigte die katholische Kirche in Duisburg, einer Stadt, die in Zeiten des Stahl- und Bergbaus Menschen aus vielen Ländern, Kulturen und Religionen aufgenommen habe, sich auch künftig für ein mitmenschliches Miteinander einzusetzen. „Leben Sie ein gastfreundliches Duisburg. Als MitMenschen, die jeder Form von Fremdenfeindlichkeit entgegentreten“, sagte er beim Jahresempfang des Stadtdekanats.


Zur Mitmachaktion „Wir sind MitMenschen“

Bei der Mitmachaktion „Wir sind MitMenschen“ bekennen sich Christinnen und Christen mit Porträtfotos und einem Zitat unabhängig von der Konfession zu der biblischen Nächstenliebe, die Fremde ausdrücklich einschließt. Auf Plakaten und im Internet setzen sie damit ein Zeichen gegen Ausländerhass in der Öffentlichkeit. Wer Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit zeigen möchte, stellt ein Foto zur Verfügung und wählt einen, gerne auch biblischen Satz als Testimonial aus, der Position für einen menschenwürdigen Umgang mit Fremden bezieht.

Die Mitmachaktion „Wir sind MitMenschen – Christinnen und Christen zeigen Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit“ findet sich im Internet unter der Adresse: www.wirsindmitmenschen.de.

Duisburg/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 18.05.2016


Pressekontakt