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Vizepräses Christoph Pistorius sprach bei Gedenkfeier vor dem Kölner Dom

„Lasst uns legale Zugangswege für Menschen auf der Flucht schaffen“

Pressemitteilung Nr. 121/2015 

An der Schriftauslegung und dem abschließenden Appell war Christoph Pistorius, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, heute bei der ökumenischen Gedenkfeier und dem Solidaritätsabend für Flüchtlinge beteiligt, zu dem das Erzbistum Köln auf den Roncalliplatz vor dem Dom eingeladen hatte.


Das Lukas-Evangelium (8, 22-24a) berichtet, wie Jesus und seine Jünger in einem Boot in einen Sturm geraten. Verzweifelte Not und furchtbare Todesangst sehen wir in den Bildern von überfüllten Booten auf dem Mittelmeer, sagte Pistorius in seinem ersten Teil der Schriftauslegung.


Ohnmacht und Entsetzen könnten wir vor Gott bringen, sollten aber auch Zeugnis ablegen vom Gott der Nächstenliebe und Gastfreundschaft, sagte Pistorius. Natürlich sei die Seenotrettung auszuweiten und sicher müssten wir alles dafür tun, dass Menschen nicht gezwungen sind zu fliehen und dass sie bei uns willkommen geheißen werden: „All das steht nicht in Frage. Wenn wir aber von Gott, dem Befreier aus Not und Gefangenschaft, weiter Zeugnis geben wollen, dann können wir die hohen Zäune in Marokko, die Grenzanlagen an der türkisch-griechischen Grenze und die stürmische See im Mittelmeer nicht als Mauern und Burggraben der Ausgrenzung akzeptieren.“ Die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen verbiete uns, weiter zuzusehen, wie notleidende Menschen an den Außengrenzen Europas sterben müssen, sagte der rheinische Vizepräses: „Lasst uns Zeugnis abgeben von dem Gott, der seinem verfolgten Volk den Weg durch das Schilfmeer bahnte, und legale Zugangswege für die Menschen auf der Flucht aus Krieg, Verfolgung und Hunger nach Europa schaffen.“


Fortgeführt wurde die Schriftauslegung von Rainer Maria Kardinal Woelki.

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 19.06.2015


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