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Vor 125 Jahren trat das Verbot der Sonntagsarbeit in Kraft

DGB und Kirchen in Rheinland-Pfalz setzen sich für den Sonntagsschutz ein

Pressemitteilung Nr. 86/2016 

Mainz/Speyer/Darmstadt/Düsseldorf. Im Juni 1891, vor 125 Jahren, trat das Verbot der Sonntagsarbeit in Kraft – ein sozialpolitischer und arbeitsrechtlicher Meilenstein. Die Industrialisierung hatte zuvor den durch Kaiser Konstantin 321 eingeführten Sonntag als verbindlichen Feiertag ausgehebelt. In den vergangenen Jahren wurde erneut die Sonntagsruhe durch die Feiertagsgesetzgebung und die Novellierung der Ladenschlussgesetze in vielen Fällen aufgeweicht. Schon jetzt arbeiten rund elf Millionen Beschäftigte in Deutschland auch an Sonn- und Feiertagen. In Rheinland-Pfalz setzen sich der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Kirchen gemeinsam dagegen ein.

„Wir dürfen nicht weiter auf dem Weg in die 7-Tage-24-Stunden-Gesellschaft gehen. Immer mehr Flexibilisierung, Arbeit an Wochenenden – das greift in das Privat- und Familienleben der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Deshalb ist eine immer weitere Aufweichung der Sonntagsruhe für die Beschäftigten unzumutbar. Einen Tag in der Woche können und müssen die Geschäfte geschlossen bleiben", so Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland.

In gemeinsamen Bündnissen – wie beispielsweise die Allianz für den freien Sonntag – engagieren sich Kirchen und DGB-Gewerkschaften vielerorts gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit und verweisen dabei auch darauf, dass die staatliche Schutzgarantie für Sonn- und Feiertage sogar Verfassungsrang genießt (Art. 140 GG).

„Der arbeitsfreie Tag, der zur jüdisch-christlichen Tradition gehört, erinnert daran, dass Menschen nicht nur zur Arbeit geschaffen sind und unsere Würde nicht an unserer Leistung hängt“, sagen der pfälzische Oberkirchenrat Gottfried Müller und die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. „Der Sonntag sorgt für eine gemeinschaftliche Unterbrechung des Arbeitsalltags. Das tut dem Menschen gut – jedem Einzelnen und der Gesellschaft im Ganzen“, so Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Sonntag biete dem Menschen Raum, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen sowie Zeit für gemeinsame kulturelle Veranstaltungen, Sport, den Besuch der Gottesdienste aber auch die Pflege von freundschaftlichen und familiären Kontakten.

Hans-Georg Orthlauf-Blooß vom Referat Berufs- und Arbeitswelt des Bistum Mainz, Regionalstelle Rheinhessen ergänzt: „Immer wieder erleben wir Vorstöße von Politik und Wirtschaft, die darauf gerichtet sind, den arbeitsfreien Sonntag weiter auszuhöhlen. Wir erleben eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche, stattdessen sollte man sich im gesamtgesellschaftlichen Interesse aber wieder auf den Sonntag als echten Ruhetag besinnen“.

Mainz/Speyer/Darmstadt/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 01.06.2016


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