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Physikprofessor hielt auf der Landessynode Andacht zu Gottesbildern

Naturwissenschaftler: Glauben zu können ist lebensnotwendig und unverfügbar

Pressemitteilung Nr. 28/2015

Wie die modernen Naturwissenschaften unser Bild von Gott beeinflussen hat der emeritierte Physikprofessor Dr. Jürgen Schnakenberg in einer Andacht vor der Landessynode dargelegt. Wie einst das Gottesvolk in der Babylonischen Verbannung sich Gott fern fühlte, so empfänden viele Menschen heute, in einer gottlosen Welt zu leben. Das gewohnte Glaubensgebäude erscheine von den Naturwissenschaften zerstört. Nicht mehr Gott werde als der Lenker der Welt angenommen, „sondern die Naturgesetze sind es“, sagte Schnakenberg in seiner Andacht, die das theologische Thema der Synode „Wie Gott zur Welt kommt“ aufnahm.

Für Schnakenberg ist das heutige, naturwissenschaftlich geprägte Weltbild jedoch kein Grund, die Gottessuche aufzugeben. Im Gegenteil, die modernen Naturwissenschaften gäben Anlass, ganz neu nach Gott zu suchen. Und zwar “nicht in einem transmateriellen Jenseits, auch nicht im Kosmos beim Urknall“, sondern in uns selbst. „Gottes Ort sind wir“, sagte Schnakenberg.

Es gelte, die Welt in die wir hineingestellt sind, als unsere Welt anzunehmen und Gott dort zu suchen. Die Botschaft an die Christen heute laute: „Nehmt das an, was an wissenschaftlicher Erkenntnis errungen wurde und tragt Verantwortung dafür, statt euch als Verfolgte zu fühlen“, so Schnakenberg. Wenn Martin Luther feststelle, Glaube sei eine Gnade, die uns unverfügbar gegeben sei, dann entspreche das der Erkenntnis der modernen Soziobiologie und der Hirnforschung über den Ursprung der Religiosität. Glauben zu können wohnt aus Sicht dieser Forscher dem Menschen inne, sei damit lebensnotwendig und unverfügbar. Deshalb gelte auch Albert Schweitzers Wort von der Wirksamkeit des Gebets. Gebete veränderten Menschen und Menschen veränderten die Welt.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 16.01.2015


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