Logo EKiR

Landessynode plant für das Jahr 2030 mit 1000 Pfarrstellen

Rheinische Kirche sucht bis zu 50 neue Theologinnen und Theologen pro Jahr

Pressemitteilung Nr. 26/2015

1000 Pfarrstellen, dieses Ziel hat sich die Landessynode der rheinischen Kirche für das Jahr 2030 gesetzt. Um es zu erreichen, sollen 50 Personen pro Jahr in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis übernommen werden. Damit möchte die Landessynode sicherstellen, dass auch künftig Pfarrstellen in einem ausreichenden Maße besetzt werden können.

In den kommenden Jahren stehe die rheinische Kirche vor einem „dramatischen Rückgang“ bei den Pfarrerinnen und Pfarrern, da die geburtenstarken Jahrgänge das Ruhestandsalter erreichen und die Lücken durch den derzeitigen Nachwuchs nicht gefüllt werden könnten, sagte Vizepräses Christoph Pistorius. Ohne Gegenmaßnahmen werden nach einer Hochrechnung der Personalabteilung im Landeskirchenamt ab 2030 nur noch rund 530 Pfarrstellen besetzt werden können. Derzeit gibt es in der rheinischen Kirche rund 1900 Pfarrstellen, 20 ausgebildete Theologinnen und Theologen kommen pro Jahr in den Pfarrdienst. Mit der Zielzahl von 1000 Stellen und 50 Neuzugängen pro Jahr habe sich die rheinische Kirche nach einem langen Beratungsprozess jetzt klar positioniert. „Mit diesen Zahlen können wir gut unterwegs sein“, sagte Pistorius, der die Abteilung Personal im Landeskirchenamt leitet.

Die Landessynode hat zugleich den Weg geöffnet für weitere Zugänge zum Pfarramt in der rheinischen Kirche. Dazu gehört etwa die Möglichkeit eines Quereinstiegs. Mit einer Fülle von Maßnahmen will sie zudem junge Menschen für das Theologiestudium gewinnen. „Wenn jeder Kirchenkreis eine Person pro Jahr gewönne, dann ergäben das bereits 38 junge Menschen“, sagte Dr. Volker Lehnert, der Personaldezernent der rheinischen Kirche. Mit den weiteren Zugangsmöglichkeiten sei die Zahl von 50 Neuzugängen ins Pfarramt immer noch ein ambitioniertes, aber kein utopisches Ziel mehr.

Mit ihrer Entscheidung, eine Zielzahl von 1000 Pfarrstellen festzulegen, steht die Landessynode zugleich vor der Aufgabe, das Verhältnis von Gemeinde- und Funktionspfarrstellen neu zu bestimmen. Das soll auf der kommenden Synode geschehen. Zwischen beiden Formen des Pfarrdienstes soll auch weiterhin eine angemessene Relation bestehen, sagt die Synode.

Zu Beginn der Verhandlung über die Zielzahl für die Pfarrstellen hatte Personaldezernent Dr. Lehnert im Namen des Innerkirchlichen Ausschusses die mehr als 400 Personen angesprochen, denen die rheinische Kirche in den 80er und 90er Jahren trotz eines zehnjährigen Sonderdienstes keine Anstellung habe bieten können. Der Ausschuss sei sich der „schmerzlichen Ambivalenz“ bewusst, wenn die Landessynode jetzt erneut verstärkt um den theologischen Nachwuchs werbe.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 15.01.2015


Pressekontakt