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Landessynode kam ins Gespräch über das Thema „Wie Gott zur Welt kommt“

Theologisches Thema erinnert an den Kernauftrag der rheinischen Kirche

Pressemitteilung Nr. 30/2015

„Wie Gott zur Welt kommt“ lautete das theologische Thema der Landessynode in Bad Neuenahr. Angesichts der großen Themen dieser Synode – von der Haushaltskonsolidierung über die angemessene Reaktion auf Terroranschläge und die Situation der Flüchtlinge bis hin zu Änderungen von Kirchengesetzen und der Kirchenordnung – diene das Thema der Selbstvergewisserung und rücke „unseren Auftrag ins Zentrum“, sagt Vizepräses Christoph Pistorius. Es „erinnert an den Grund unserer Hoffnung und die Quelle unserer Freude“, so Pistorius weiter. Gehe es doch um den Kernauftrag, wenn die Synode darüber spricht, wie Gott zur Welt kommt.

Wichtige Impulse für das Gespräch über Gottes Menschwerdung erhielt die Landessynode durch zwei Vorträge, die auch die Ergebnisse der aktuellen, fünften EKD-Erhebung zur Kirchenmitgliedschaft aufgriffen. Was die Welt unter Gott versteht, beleuchtete der Wuppertaler Theologieprofessor Dr. Hellmut Zschoch unter dem Stichwort „Gotteshorizonte“. Es seien vor allem die vertrauensvollen Beziehungen in der Familie, die Platz für die Rede von Gott bieten, sagte Zschoch. So könnten sich vier Fünftel der Evangelischen vorstellen, mit ihren Ehepartnern über den Sinn des Lebens zu reden. Mit einem Gespräch über religiöse Themen unter Kirchenmitgliedern, Nachbarn oder Kolleginnen und Kollegen könnten sich dagegen nur wenige anfreunden.

Zugleich seien traditionelle Glaubensformeln nicht zu unterschätzen, meinte Zschoch. Das zeige der deutliche Zuspruch, den christliche Bekenntnissätze in der EKD-Erhebung erhalten haben.

„Was hat die klassische Sündenlehre mit dem Jugendstrafgericht zu tun?“

„Über wen redet die Kirche, wenn sie von Gott spricht?“, fragte die Bonner Theologin
Dr. Cornelia Richter. Über jemanden, der „mit uns ist, wenn wir uns auf den Weg ins Leben machen“, sagte Richter und sprach über das Gepäck, das Christinnen und Christen dabei mitnehmen. Weil theologische Sprache immer abhängig ist von den Vorstellungen der Zeit, in der sie geprägt wurde, brauche es theologische Bildung, um zu verstehen, woher Spitzensätze des Glaubens stammen und wie sie sich entwickelt haben. Zugleich müsse der Blick immer auch auf die aktuellen Symbole, die Menschen nutzen, gerichtet werden – beispielsweise „auf die Amulette, Steine und Kristalle, Sterne, Engel und es was sonst so gibt“, wie Richter unter Anspielung auf die EKD-Mitgliedsuntersuchung sagte.

Allzu leicht verstecke sich christlicher Glaube noch hinter seinen Formeln, statt das in ihnen steckende Potenzial zu entfalten. „Theologische Bildung heißt heute, unsere klassischen Glaubenssätze an der Seite kirchlichen Handelns konkret werden zu lassen“, sagte sie. Zwei ihrer Beispiele: „Was hat die klassische Sündenlehre mit dem Jugendstrafgericht zu tun? Gibt es eine theologische Deutung von Aggression?“ Dazu sollte Kirche aber ihre Zaghaftigkeit im Umgang mit dogmatischen Fragen ablegen und sich auf „den Geist des Unbekannten“einlassen.

Die Impulsreferate von Prof. Dr. Hellmut Zschoch und Prof. Dr. Cornelia Richter sind im Internet abrufbar:
http://www.ekir.de/www/downloads/Impulsreferat_Gotteshorizonte_von_Professor_Zschoch.pdf

http://www.ekir.de/www/downloads/Synode_Richter_Vortrag.pdf

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 16.01.2015


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