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Präses Manfred Rekowski sprach bei der Kundgebung gegen 'Dügida', Düsseldorfs Superintendentin Henrike Tetz (3.v.l.) hatte zur Teilnahme an der Gegendemo aufgerufen, bei der auch Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin Syliva Löhrmann (l

Präses Manfred Rekowski sprach bei der Kundgebung gegen "Dügida", Düsseldorfs Superintendentin Henrike Tetz (2.v.r.) hatte zur Teilnahme an der Gegendemo aufgerufen.

Düsseldorf

Gemeinsam gegen Verunglimpfung und Menschenfeindlichkeit

„Gerade jetzt müssen wir – Menschen aller Religionen und Weltanschauungen – gemeinsam widersprechen und widerstehen: Wo die Grenze zur Verunglimpfung und zur Menschenfeindlichkeit überschritten wird, da ist unser deutlicher Einspruch nötig", so Präses Rekowski.

In seiner Rede am Montagabend in Düsseldorf bei der Gegendemonstration gegen den Marsch der "Dügida" erinnerte Präses Manfred Rekowski an die taufrische Erklärung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland mit dem Titel "Gerade jetzt gemeinsam!". Nach den Ereignissen der letzten Wochen gelte "Gerade jetzt gemeinsam!“,  betonte der Präses bei der Demonstration des „Düsseldorfer Appells“ und rief zu Widerspruch und Widerstand auf.

Rekowski: „Menschenfeindliche Parolen, Ausgrenzung und Hass dürfen nicht salonfähig werden. Es darf schon gar nicht sein, dass in unserem Land lebende Muslime und hier Zuflucht suchende Flüchtlinge zunehmend Angst haben müssen.“ Es gelte gemeinsam für die Offenheit der Gesellschaft einzutreten. Die Offenheit der Gesellschaft gründe auf der Anerkennung von Vielfalt und Differenz.

„Darin sehen wir keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung unseres Zusammenlebens. Diese Vielfalt muss gestaltet werden. Dafür tragen alle politischen, gesellschaftlichen und religiösen Gruppen Verantwortung. Demonstrationen oder Kundgebungen, mit denen das christliche Abendland verteidigt werden soll, aber letztlich vor allem der Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet wird, fordern unseren Widerspruch heraus.“

Gott sagt "Herzlich willkommen" zu jedem Menschen

Weiter sagte der leitende Theologe: „Das christliche Abendland zeigt sich zuerst und zuletzt darin, wie wir miteinander umgehen. Christinnen und Christen glauben an den Gott, der ein ,Herzlich willkommen’ zu jedem Menschen spricht." Es gelte die biblische Wegweisung aus dem 3. Buch Mose: ,Der Fremde soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer; und du sollst ihn lieben wie dich selbst.’“

Die Absicht der Veranstalter sei klar zu verurteilen, aber es sei wichtig zu fragen, „was die mitlaufenden Menschen tatsächlich außerdem noch bewegt", also mögliche Fremdheitserfahrungen, Sorgen und Ängste. Rekowski: "Wem aber am Zusammenhalt unserer Gesellschaft liegt, der muss entschieden allen Demagogen und politischen Hasspredigern klar und deutlich widersprechen. ,Gerade jetzt gemeinsam!’“

Tausende Demonstranten

In mehreren deutschen Städten gingen am Montagabend Tausende Menschen auf die Straße, um gegen die islamkritische Bewegung zu demonstrieren. In NRW fanden Kundgebungen unter anderem Düsseldorf, Duisburg, Bielefeld und Dinslaken statt. In der "Pegida"-Hochburg Dresden war eine für Montag geplante Kundgebung nach Terrorwarnungen abgesagt worden.

In Düsseldorf demonstrierten mehrere Tausend Menschen gegen die islamfeindliche "Dügida"-Bewegung und für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen. Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) rief die Demonstranten dazu auf, "den geschwisterlichen Umgang und die Begegnung" mit den Flüchtlingen und Asylbewerbern auch weiterhin zu pflegen.

Als Reaktion auf die angekündigte erste Pegida-Demonstration in Duisburg gab es am Montag insgesamt drei Gegenveranstaltungen. Rund 3.000 Teilnehmende waren dem Aufruf des Oberbürgermeisters Sören Link (SPD), des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage und des DGB Niederrheins gefolgt. "Wir lassen unsere Stadt nicht spalten in Christen und Muslime", erklärte Link. An Pegida-Anhängern waren nach Polizeiangaben rund 500 zusammengekommen. In Dinslaken gedachten Christen und Muslime gemeinsam der Opfer der Anschläge in Frankreich.

ekir.de / jpi, epd-West; Foto Sergej Lepke / 19.01.2015


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