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Rekowski predigt morgen auf Sumatra / Treffen auch mit Muslimen

Rheinischer Präses besucht Partnerkirchen in Indonesien

Pressemitteilung 45/2015 

Präses Manfred Rekowski ist auf dem Weg nach Indonesien, um den dortigen Partnerkirchen der Evangelischen Kirche im Rheinland seinen Antrittsbesuch abzustatten. Bis zum 17. Februar ist der oberste Repräsentant der rheinischen Kirche gemeinsam mit der für Ökumene zuständigen Abteilungsleiterin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, auf Sumatra und Java unterwegs. Rekowski trifft auf seiner Tour neben Kirchenleitern der Partnerkirchen auch Vertreter muslimischer Organisationen, um sich ein Bild von dem Zusammenleben der Religionen in Indonesien zu machen. In dem muslimischen Land sind die Christinnen und Christen nur eine kleine Minderheit.

Der Besuch von Präses Rekowski bei den Partnerkirchen in Indonesien ist auch Ausdruck der besonderen Verbundenheit, die in der Missionsgeschichte der rheinischen Kirche ihre Wurzeln hat. So geht beispielsweise die Gründung der Huria Kristen Batak Protestan (HKBP), der mit rund drei Millionen Mitgliedern bedeutendsten Kirche in Südostasien, auch auf die Arbeit rheinischer Missionare seit 1834 zurück. Mit den indonesischen Kirchen ist die Evangelische Kirche im Rheinland in der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) verbunden. Die VEM, die unter anderem auch aus der Rheinischen Missionsgesellschaft hervorgegangen ist, ist inzwischen ein Kirchenbund von Kirchen aus Deutschland, Afrika und Asien geworden.

Am morgigen Sonntag, 8. Februar 2015, predigt der rheinische Präses in der Nähe des Toba-Sees im Norden Sumatras in einer Gemeinde der HKBP. Dabei betont Rekowski, er komme nicht als Vertreter der „Mutterkirche“, um nach dem Rechten zu sehen. Der Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kap. 40, 21-31) erinnere vielmehr daran, „was glaubende Menschen einander schuldig sind. Oder anders gesagt: Sie drücken aus, welchen Dienst glaubende Menschen, auch Christinnen und Christen, einander schuldig sind. Ja, wir sollen einander vorhalten, wir sollen einander erinnern, was Grund und Mitte unseres Glaubens ist.“ Auch Christinnen und Christen aus den „Mutterkirchen“ müssten sich in ihrem Glauben von ihren Glaubensgeschwistern befragen lassen, „die in ganz andern Lebenszusammenhängen, in einem anderen Kulturkreis, einem anderen politischen System ihren Glauben leben. Warum das so wichtig ist?

Weil es manchmal im Laufe der Kirchengeschichte ­– das sage ich ganz selbstkritisch auch für die Kirchen der Reformation – Koalitionen gegeben hat und gibt zwischen der biblischen Überlieferung und dem jeweiligen kulturellen Kontext, zwischen dem christlichen Glauben und einem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, zwischen dem christlichen Glauben und dem Zeitgeist, und auch zwischen Kirche und Staat, zwischen Thron und Altar. Viele dieser Koalitionen waren und sind unheilvoll. Manches aus der biblischen Tradition wurde dabei auch verkürzt und entstellt.“ Sich so fragen und infrage stellen zu lassen, heiße ökumenisches Lernen, geschwisterliches Lernen in der weltweiten Christenheit: „Wir schöpfen gemeinsam aus Quellen, die wir nicht selbst gefüllt haben, wir lassen uns gemeinsam von Gott etwas sagen und von Christus zu Umkehr rufen.“

Hinweis an die Redaktionen: Das Predigtmanuskript von Präses Manfred Rekowski finden Sie zu Ihrer Verwendung anbei.

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Düsseldorf / EkiR-Pressestelle / 07.02.2015


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