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Präses Manfred Rekowski predigt zum Kirchenjubiläum in Wetzlar

„Pfingsten ist in allen Konfessionen Reformationstag“

Pressemitteilung Nr. 91/2014

Achtung, Sperrfrist: Pfingstsonntag, 8. Juni 2014, 11.15 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort.

„Wir feiern Pfingsten und erinnern uns an den Geist Christi, der lebendig macht. So gesehen ist Pfingsten in allen Konfessionen ein Reformationstag. Wir ahnen, dass der Geist Christi nicht zu zähmen, nicht zu begrenzen, nicht zu regeln ist. Er hat etwas Ungeordnetes, fast Anarchisches. Er bringt feste Ordnungen durcheinander und stellt manchmal auch unser traditionelles Welt- und Menschenbild auf den Kopf. Er wirkt auch in Schwesterkirchen, das ist ganz sicher.“ Das hat Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, im Festgottesdienst anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Hospitalkirche am Pfingstsonntag (vgl. Sperrfrist!) deutlich gemacht.

Pfingsten sei ein konfessionsverbindender Reformationstag, da der Geist Christi wirke und Bewegung bei Menschen schaffe: „Da weht ein anderer Wind. Da bricht eine radikal andere Macht herein: mitten in unser Leben, mitten in unsere Welt, mitten in unsere Kirche. Sein Geist wirkt und stört sich nicht an Ordnungen? Stört vielleicht sogar unsere Ordnungen? Der Geist Christi stellt auf den Kopf, er verändert, er bewegt. Lässt die Menschen nicht, wie sie sind. Wo sein Geist wirkt, heißt es: sich bewegen lassen, dem Leben nachspüren, sich aufmachen“, so Präses Rekowski. „Gottes Geist ist der Platzanweiser für unsere Kirche. Dieser Geist bewegt uns hinein ins Leben, hinein in die Welt. Wir machen uns auf.“

Beim Geist Gottes, beim Geist Christi, gehe es nicht um eine diffuse Form von Spiritualität, sagte Manfred Rekowski. „Sondern dieser Geist ist konkret. Er wohnt in uns, ist in uns. Der Geist Christi wirkt durch Christinnen und Christen. Sein Wirken ist keinesfalls auf Sakralräume beschränkt, sondern dieser Geist wirkt im Alltag der Welt. Dietrich Bonhoeffer hat einmal formuliert: ,Christus als Gemeinde existierend.’ Und die Christinnen und Christen sind in Christus Jesus. Vielleicht könnte man Paulus so interpretieren: Sie sind in Christus Jesus beheimatet oder verortet.“ Dieser Zusammenhang habe grundlegende Konsequenzen für die Kirche: So wie „Christus der Mensch für andere ist“, folge für Bonhoeffer daraus: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“ Präses Manfred Rekowski in der Predigt weiter: „Eine Kirche, deren vordringliche Aufgabe die Selbsterhaltung oder die Selbstbespiegelung wäre, hätte ihre Aufgabe verfehlt. Weil aber in der Kirche der Geist dessen weht, der Mensch für andere ist, muss und wird die Kirche immer Kirche für andere sein.“

Düsseldorf/Wetzlar / EKiR-Pressestelle / 06.06.2014


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