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Präses Rekowski würdigt Arbeit der rheinischen Notfallseelsorge

„Menschen erinnern sich daran, wer das Unerträgliche mit aushielt“

Pressemitteilung Nr. 134/2013

Präses Manfred Rekowski hat den Dienst der Notfallseelsorge gewürdigt: „Der Abschied von einem geliebten Menschen, der mitten aus einem Leben gerissen wird, braucht Stationen und Schritte des Innehaltens. Solche Räume zu öffnen für Gesten, für Berührungen, für die Sprache der Religion und für Gebete, Klagen, für Tränen und für das Schweigen, um den Weg zu finden, das Unannehmbare anzunehmen: Das ist die Aufgabe der Notfallseelsorge“, sagte der rheinische Präses am Nachmittag (vgl. Sperrfrist!) beim Konvent der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger in Mülheim an der Ruhr. Wert und Wirkung von Seelsorge ließen sich nur schwer abschätzen. „Aber viele Menschen erinnern sich ein Leben lang an die Stunden und Tage nach dem Verlust eines geliebten Angehörigen – sie erinnern sich daran, was oder wen sie vermisst haben und was sie in dieser Zeit besonders belastet hat. Aber sie erinnern sich oft auch, wer bei ihnen war und ihnen Hilfe und Beistand anbot und das Unerträgliche mit aushielt“, erläuterte Manfred Rekowski.

Für die Notfallseelsorge Mülheim, Gastgeberin des diesjährigen Konventes, gab es eine Urkunde anlässlich des 15-jährigen Bestehens des seelsorglichen Dienstes im Kirchenkreis An der Ruhr. Am 1. Juni 1998 hatte die Notfallseelsorge dort ihre Arbeit aufgenommen. Im Jahr 2012 hatte das Team 105 Einsätze. Häusliche und außerhäusliche, aber auch Angebote der Einsatznachsorge für Einsatzkräfte waren dabei. Das Angebot richtet sich nicht allein an Betroffene nach Unglücksfällen und Katastrophen, sondern auch an die mit diesen belastenden Einsätzen befassten Einsatzkräfte. Damit dieser Dienst gelinge, bedürfe es vieler Kooperationen: „Stellvertretend für alle, die der Notfallseelsorge in Kooperationen Unterstützung und Rückhalt geben, danke ich der Feuerwehr Mülheim besonders.“

Im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland gab es im Jahr 2012 rund 3800 Einsätze der Notfallseelsorge; das sind täglich mehr als zehn Einsätze, bei denen Mitarbeitende der Notfallseelsorge zu Menschen gerufen werden, deren Leben durch den Tod eines geliebten Menschen tief greifend erschüttert wird. Dabei fragen die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht nach konfessioneller oder religiöser Zugehörigkeit, sondern nach dem Bedarf, der für Betroffene in diesen schmerzhaften Lagen entsteht. Rund 750 pastorale Mitarbeitende und etwa 350 ehrenamtlich Mitarbeitende sind in den 48 Teams der rheinischen Notfallseelsorge engagiert.

Mehr: www.stiftung-notfallseelsorge.de

Mülheim an der Ruhr/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 12.09.2013


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