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Überlegen, Theologie zu studieren: Teilnehmende der Orientierungstagung.

Überlegen, Theologie zu studieren: Teilnehmende der Orientierungstagung.

Orientierungstagung Theologiestudium

"Das passt zu mir"

Die Stimmung ist gelöst. Zwischen einer großen Fragerunde und einem Workshop sitzen die Schülerinnen und Schüler im Theologischen Zentrum in Wuppertal zusammen. Gut gelaunt stimmen sie ein Lied an. Später wird Lukas Thockok (18) aus Straelen sagen, dass es genau diese Gemeinschaft ist, die ihm gut tut.

Dass er es genießt, unter anderen jungen Menschen zu sein, die glauben – weil es in seinem Alltag nur wenige Gläubige gibt. 27 Jugendliche aus ganz verschiedenen Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland sind zum Orientierungswochenende in das Theologische Zentrum Wuppertal gekommen.

Den Tipp haben sie von Relilehrern und Gemeindepfarrern bekommen. Sie stammen aus Idar-Oberstein und Andernach, Bad Kreuznach und Traben-Trarbach, aus Duisburg, Mönchengladbach, Frechen, Düren, Leverkusen und beispielsweise auch aus Hennef. Die Jugendlichen eint der Gedanke, im nächsten Jahr das Theologiestudium anzutreten. Sei es für das Pfarramt, sei es für das Lehramt.

Und die Landeskirche unterstützt sie dabei, sucht vor allem mit den jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen: Die Pfarrer Prof. Dr. Bernd Wander und Heribert Rösner sowie Pfarrerin Dr. Claudia Andrews begleiten sie durch das Wochenende. Pfarrer, Vertreter der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal und der Uni in Bonn, Experten für das Lehramt und viele andere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner unterstützen diese Aktion.

Positive Signale

Aus Wuppertal klingt an diesem Wochenende die Botschaft in die Landeskirche: „Junge Menschen interessieren sich für das Pfarramt“, sagt Prof. Dr. Bernd Wander, Ausbildungsdezernent der rheinischen Kirche. 120 Theologiestudierende zählt die Landeskirche aktuell. Rund zwanzig gehen jedes Jahr ins Vikariat, ähnlich viele schreiben sich jedes Jahr neu auf der Liste der  Theologiestudierenden ein.

Dazu kämen Theologen anderer Landeskirchen, die sich für ein Vikariat im Rheinland interessieren. Denn hier würden sie liberale Gemeinden, stetige Strukturen und eine offene Kirchenpolitik finden. Und auch ältere Semester finden den Weg zurück ins Pfarramt. Ja, sagt Prof. Dr. Wander, so könnten bis 2030 voraussichtlich ein Großteil der frei werdenden Pfarrstellen besetzt werden. Die Signale seien durchweg positiv.

Und diese Signale setzen am Orientierungswochenende vor allem die jungen Erwachsenen selbst – die alle viel Gemeindeerfahrung mitbringen: „Ich habe schon länger diesen Wunsch, Theologie zu studieren“, sagt Lukas Thockok. Unterstützung bekommt er von seiner Gemeindepfarrerin. „Aber ich habe doch ziemlich geschwankt, ob ich im Pfarramt richtig bin“, sagt er.

Wochenende bringt die Entscheidung

Also nahm er am Orientierungswochenende teil. Nach Gesprächen mit Univertretern, Seelsorgern und Pfarrern, nach gelebter Gemeinschaft und neuen Kontakten, nach einem Rundgang über den Campus auf dem "Heiligen Berg" stellt der 18-Jährige am Sonntagabend dann fest: „Ich kann jetzt sagen: Ich möchte das machen. Ich möchte Pfarrer werden.“ Ja, der Weg sei lang. Aber das Ziel lohnend, ist er sicher. Und Wuppertal gefalle ihm als Studienort gut. Das geht vielen der jungen Menschen an diesem Wochenend so.

Auch Simone Wischerath (18) aus Hennef legt sich Richtung Pfarramt fest: „Die Entscheidung steht fest“, betont sie, „nicht erst seit gestern.“ Aber für sie sei es wichtig gewesen, Menschen außerhalb ihrer Gemeinde einen Blick auf ihre Pläne werfen zu lassen. Und die fand sie beim Orientierungswochenende. „Bisher hatte ich große Angst vor den Sprachen“, sagt sie, „aber jetzt  freue ich mich richtig auf mein Studium. Ich kann es nicht abwarten, bis es losgeht.“

Manche wägen auch noch ab

Andere Teilnehmer hadern noch, wägen ab und prüfen andere Zukunftswege. Paul Hector (17) weiß noch nicht, ob er auf Lehramt oder Pfarramt studieren soll. Sascha Kowaltschuk (16) möchte am liebsten in die Militärseelsorge.

Und Alexandra Wollenweber (17) tut sich noch schwer mit ihrer großen Entscheidung für die Zukunft. Aber auch sie schlüpfte beim Orientierungsseminar wie alle anderen schon mal in einen Talar und stellte strahlend fest: „Fühlt sich gut an. Der Talar passt zu mir.“

Die nächste Orientierungstagung für Schülerinnen und Schüler findet vom 30. November bis 2. Dezember 2018 im Theologischen Zentrum in Wuppertal statt.

ekir.de / Theresa Demski / 27.11.2017


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