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Wechsel bei der Diakonie: Präses und Vizepräses würdigen Dr. Linzbach

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind“

Pressemitteilung Nr. 95

„Sie waren ein Segen!“ Mit diesen Worten hat Vizepräses Petra Bosse-Huber am Nachmittag (vgl. Sperrfrist) Dr. Moritz Linzbach aus seinem Amt als Mitglied des Vorstands der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. in den Ruhestand verabschiedet. Am 1. November 1978 war der Jurist Linzbach in den Dienst des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche im Rheinland eingetreten. Er habe seine verschiedenen Aufgaben in der Diakonie in all diesen Jahren „mit vollem Einsatz, mit sichtbarer Freude, ganz bestimmt aber auch mit hoher Belastung, die gewiss manchmal bis an die Grenze dessen ging, was ein Mensch sich zumuten sollte“, wahrgenommen. „Und immer ging es mindestens auch um das, wovon der Monatsspruch dieses zu Ende gehenden Monats Mai spricht: ,Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.’ Denn wo es um das diakonische Handeln der Kirche geht, da geht es um Gerechtigkeit“, würdigte ihn Vizepräses Bosse-Huber, die als Abteilungsleiterin im Landeskirchenamt für die Diakonie zuständig ist.

„Das ist Diakonie: Lobbyarbeit. Diakoniker sind Lobbyisten – nicht in eigener Sache: Sie sind Lobbyisten für die Stummen, für die, denen es die Sprache verschlagen hatte, für die, die zum Schweigen gebracht wurden. Wir alle wissen das und wir kennen es: Es gibt sogar himmelschreiendes Unrecht, das unausgesprochen bleibt. Diakonische Lobbyarbeit orientiert sich an den beiden Polen ,Barmherzigkeit und Recht’, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt im Verabschiedungsgottesdienst, in der er sich ebenfalls auf den Monatsspruch für Mai bezog. Zum Mundauftun für die Stummen gehörten auch Einspruch und Protest, Zwischenfragen und Zwischenrufe, unterstrich Präses Rekowski. Manchmal fördere man die Entwicklung einer Gesellschaft, indem man das, was im Gange sei, unterbreche und aufhalte.

„Gemeinschaftsgerechtigkeit sieht anders aus“

Juristen wie Dr. Linzbach seien Spezialisten darin Recht zu schaffen – im Sinne von Recht zu setzen. Und um den Rechtsanspruch aller Schwachen gehe es der Kirche und ihrer Diakonie: „Ein Leben ohne Teilhabemöglichkeit ist eine moderne Form des Verlassenwerdens und führt zur gesellschaftlichen Isolation. Wenn es um Menschen geht, die so verlassen sind, ist das für mich letztlich gemeinschaftlich unterlassene Hilfeleistung. Wo diese Gefahr droht, wird erkennbar, wenn man an die Situation von manchen Kindern, Langzeitarbeitslosen, Pflegebedürftigen oder Migranten denkt. Wir sollten lernen, dass es in der biblischen Tradition immer um Gemeinschaftsgerechtigkeit geht und nicht um das Eigeninteresse des Einzelnen. Ob Wohlstand in einer menschlichen Gesellschaft wirklich dauerhaft ungerecht verteilbar ist? Die einen ganz viel – die anderen fast nichts? Gemeinschaftsgerechtigkeit sieht anders aus“, so Präses Rekowski.

Im Gottesdienst in der Düsseldorfer Melanchthonkirche wurde zugleich Thomas Oelkers als Nachfolger im Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe eingeführt. Ihn begrüßte Vizepräses Bosse-Huber: „Wir freuen uns, dass wir Sie ganz zur Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe locken konnten und dass Sie nun den verantwortungsvollen und schönen Dienst des juristischen Vorstandsmitglieds wahrnehmen werden. Wir wissen jetzt schon, dass Sie Ihre Gaben und Kräfte gerne und mit Liebe einsetzen werden; denn dass Sie die Kirche und ihre Diakonie lieben, hat Ihr Weg in Bethel gezeig

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 28.05.2013


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