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Vizepräsident Weusmann heute bei Solinger Kreissynode zu Gast

Einsatz für die Gesellschaft: Kirche ist unverzichtbar

Pressemitteilung Nr. 102/2013

Die Bedeutung der Kirche für den gesellschaftlichen und politischen Diskurs hat Vizepräsident Dr. Johann Weusmann betont. Kirche sei in vielerlei Hinsicht unverzichtbar. Bei der Synode des Kirchenkreises Solingen sagte der Leitende Jurist der Evangelischen Kirche im Rheinland am Abend (vgl. Sperrfrist!): „Wo stünde der Sonntagsschutz vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute, wenn Kirchen sich nicht immer wieder gegen eine Aushöhlung der Sonn- und Feiertagsruhe ausgesprochen hätten? Wir melden uns in sozialen Fragen, in der Arbeitsmarktpolitik, in friedensethischen Debatten oder wenn es um die Bewahrung der Schöpfung geht, klar und deutlich zu Wort. Wir treten ein für Frieden und Gerechtigkeit. Manchmal könnten wir das noch etwas lauter und zugespitzter tun.“

Er teile die Ansicht von Professor Paul Nolte, der zu dem Schluss  komme, dass der Staat ganz eindeutig davon profitiere, den Kirchen und Religionsgemeinschaften Gelegenheit zur Entfaltung ihrer zivilgesellschaftlichen Möglichkeiten zu bieten und sie zu fördern. Religion sei ein Gegenentwurf zur staatlichen Ordnung und zu bestehenden Realitäten. Sie finde sich nicht ab mit dem Gegebenen. Laut Nolte stellten die Kirchen ein Netzwerk sozialer und kultureller Leistungen zur Verfügung, das nicht ohne weiteres durch andere Träger ersetzbar sei. „Für diese Feststellung lassen sich unzählige Beispiele aus dem sozialen und kulturellen Bereich finden“, so Weusmann: „Ich denke etwa an Erziehungs- und Bildungseinrichtungen wie Kindertageseinrichtungen oder evangelische Schulen, an den Religionsunterricht an staatlichen Schulen, an Beratungsstellen, evangelische Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, aber beispielsweise auch an die kirchliche Denkmalpflege, die aktuell in Nordrhein-Westfalen erhebliche Kürzungen zu verkraften hat.“

Das prophetische Amt der Kirche und ihre gesellschaftspolitische Aufgabe seien auch und gerade in unserer Zeit gefragt, so Johann Weusmann. Beispiel gebend sei für ihn das Engagement des Kirchenkreises Solingen für Toleranz und Vielfalt und gegen Rassismus: „Sie haben in diesem Jahr an den Brandanschlag vor 20 Jahren erinnert, der das Leben und Miteinander der Kulturen und Religionen nicht nur in dieser Stadt nachhaltig geprägt hat. Und Sie haben gleichzeitig danach gefragt, wie sich das Zusammenleben der Menschen entwickelt hat und wie es um Toleranz und Vielfalt heute bestellt ist.“ Für dieses Engagement und diese Nachhaltigkeit danke er dem Kirchenkreis Solingen im Namen der rheinischen Kirchenleitung herzlich.

Düsseldorf/Solingen / EKiR-Pressestelle / 07.06.2013


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