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Landessynode 2008

Signal für Veränderungen beim Pfarrdienst

Mit nur einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen hat die Landessynode die weitere Umgestaltung des Zugangs zum Pfarrdienst und der Stellenverteilung beschlossen. "Das ist überraschend und ein eindeutiges Signal in mehrere Richtungen."

Oberkirchenrat Jürgen Dembek

Oberkirchenrat Jürgen Dembek

Das sagte Oberkirchenrat Jürgen Dembek in der Pressekonferenz direkt nach den Beschlüssen. Entsprechend den von der Landessynode 2007 bereits eingeleiteten Veränderungen betreffe ein Ziel den Abbau des Wartestands. "Wir versuchen, möglichst viele von den Pfarrerinnen und Pfarrern in möglichst schneller Zeit in reguläre Pfarrstellen zu vermitteln."

Zum Zweiten werde der Zugang zum Pfarrdienst geschlossen. Mit einer Ausnahme. Und so hat die Kirchenleitung am Vortag festgelegt, dass in diesem Jahr, dem ersten im neuen System, 30 Stellen für den so genannten theologischen Nachwuchs freigegeben werden, zehn davon für Vikarinnen und Vikare.

Dembek skizzierte auch die Probleme der beschlossenen Veränderungen. Die "relativ geringe Zahl" der Nachwuchsstellen sei kein Mittel gegen die schlechte Altersstruktur im Pfarrdienst. Außerdem kämen auf die Kirchenkreise sehr geringe Kontingente vom mbA-Stellen zu. Schließlich werde die Belastung für die Inhaberinnen und Inhaber von Pfarrstellen immer höher.

Folge früherer Fehleinschätzungen

Bei der Vorstellung der Vorlagen zum Themenkomplex Pfarrstellen hatte der Wuppertaler Superintendent Manfred Rekowski noch einmal bekannt, dass frühere Fehleinschätzungen und Fehler in der Pfarrstellenplanung heute nicht mehr korrigiert werden könnten. Dies führe zu langfristigen finanziellen Verpflichtungen. Diese reduzierten die Anstellungsmöglichkeiten für den theologischen Nachwuchs "in dramatischer Weise", so der Theologe. "Diese Generation trägt die Auswirkungen."

Die Landessynode 2008 hat ein Rahmenkonzept für Stellen mit besonderem Auftrag (mbA-Stellen) beschlossen sowie Richtlinien für Auswahl- und Bewerbungsverfahren zustimmend zur Kenntnis genommen. Gründe dieser Umstrukturierung, die bereits die Landessynode 2007 grundsätzlich auf den Weg gebracht hatte, sind der erwartete demografische Mitgliederrückgang und die zurückgehende Finanzkraft.

neu / 24.02.2010


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