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Landessynode 2008

Denkhorizont global weiten

Wer wollte von sich sagen, er hätte auf diesem Felde nichts dazu zu lernen? Diese rhetorische Frage stellte Hermann Gröhe im Blick auf das Hauptthema Globalisierung.

Globalisierung auch lokal denken: EKD-Ratsmitglied Hermann Gröhe in Bad Neuenahr.

Globalisierung auch lokal denken: EKD-Ratsmitglied Hermann Gröhe in Bad Neuenahr.

Der eigene Denkhorizont sei zu weiten, fuhr das EKD-Ratsmitglied in seinem Grußwort auf der Landessynode in Bad Neuenahr fort. Dabei sei jedoch nicht zu vergessen, dass Globalisierung nicht nur ein Segen sei. "Wie wird Globalisierung erlebt oder auch erlitten?", hakte Gröhe nach, die "Sprache der Ökonomie erfasst nur einen Teil der Wirklichkeit." Globalisierung nur mit einem "ökonomisch verengtem Blick" zu denken, sei nur dann möglich, wenn die Realität ausgeblendet werde. So sei zum Beispiel das Thema Klima ein "öffentliches Gut und keine Privatsache", dies als solches zu verstehen, könne helfen, Grundlegendes zu verändern.

Ökologischer Rucksack

Gröhe sprach in diesem Zusammenhang von einem "ökologischen Rucksack", den man spüren müsse, damit sich etwas verändern könne. Allerdings, so warnte Gröhe, könne "dieser Rucksack auch zu einer Mogelpackung werden". Wenn man zum Beispiel in einem Flugzeug sitze, dann würde der Rücksack auf einmal ganz leicht. "Die globalen Folgen lokalen Handelns in den Blick zu nehmen, dazu sind wir aufgefordert", so Gröhe. Ein Wandel der Verhältnisse sei ohne einen Wandel der Lokalitäten nicht zu denken, betonte Gröhe weiter.

„Ein Stück Augenhöhe“

Miteinander auf Augenhöhe: Bischof Gusztáv Bölcskei aus Ungarn.

Miteinander auf Augenhöhe: Bischof Gusztáv Bölcskei aus Ungarn.

Neben Maria Bonafede, der Moderatorin der Evangelischen Kirche der Waldenser und Methodisten in Italien, und Vertretern der westfälischen, lippischen und pfälzischen Landeskirche berichtete Bischof Gusztáv Bölcskei von der Reformierten Kirche in Ungarn von seinem Blick auf das Miteinander der Kirchen in Europa.

Beim rheinischen Kirchentag 2007 in Köln sei die ungarische Kirche nicht nur eingeladen gewesen, sondern hätte darüber hinaus partizipieren dürfen. „Das ist ein Stück Augenhöhe“, dankte der Bischof in seinem Grußwort. Themen wie Globalisierung müssten an Ort und Stelle – aber auch aus gesamteuropäischer Perspektive geklärt werden, so Bölcskei. Dazu brauchen „wir Besonnenheit und Begeisterung. Auf den ersten Blick zwei gegensätzliche Tugenden – aber in der Kirche brauchen wir beides“, so der ungarische Vertreter weiter. Vor allem Begeisterung sei nötig – Begeisterung trotz aller Frustration. „Der Geist kann uns zur rechten Zeit die rechten Worte schenken“, so Bölcskei.

mai / 08.08.2010


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