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Flutkatastrophe

Steigerung des Schrecklichen

„Es gibt noch eine Steigerung des Schrecklichen." Das sagte Oberkirchenrat Wilfried Neusel, auch Vizemoderator der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) nach seiner Rückkehr aus Sri Lanka über die Lage nach der Flutkatastrophe.

Bild der Verwüstung nach der katastrophalen Flut: Sri Lanka. LupeBild der Verwüstung nach der katastrophalen Flut: Sri Lanka.

Im Pressegespräch schilderte er auch anhand von Fotos die Lage auf der Insel: unvorstellbare Zerstörung, Tod und Vernichtung, traumatisierte Überlebende. Für die Überlebenden müsse demnächst Seelsorge geleistet werden. „Jetzt denken sie nur daran, wie sie überleben, aber viele fragen sich schon: ‚Warum habe ich es geschafft, meine Angehörigen nicht?‘ Sie haben Schuldgefühle und kein Zukunftsvertrauen."

 

 

Besuchte Sri Lanka: Oberkirchenrat und VEM-Vizemoderator Wilfried Neusel. LupeBesuchte Sri Lanka: Oberkirchenrat und VEM-Vizemoderator Wilfried Neusel.

Neusel lobte die Eigeninitiative der Menschen, die Nachbarschaftshilfe und die Hilfsmaßnahmen in den örtlichen Kirchengemeinden. Da man die Betroffenen persönlich kannte, sei „auf Treu und Glauben" sehr schnell und unbürokratisch geholfen worden – schneller als über die organisierte staatliche Unterstützung.

Die Bilder zeigen: Die Kirchen, die nicht zerstört wurden, dienen als Lagerstätten für Hilfsgüter, als Notunterkünfte für Obdachlose. Neusel hob hervor, wie auch über Religionsgrenzen hinweg geholfen wurde. Den Christen, die im mehrheitlich muslimisch-buddhistischen Sri Lanka nicht konfliktlos leben, wurde vielerorts gerade von dieser Seite Hilfe zuteil. Er appellierte an alle, die den Menschen weiterhin Unterstützung zukommen lassen möchten, langfristige und dauerhafte Wege zu wählen. Eine „Tsunamiwelle der Hilfsbereitschaft, die die Leute überrollt," schade nur.

 

 

Berichtete aus Aceh: VEM-Asien-Referent Peter Demberger. LupeBerichtete aus Aceh: VEM-Asien-Referent Peter Demberger.

Dieser Empfehlung schloss sich auch Peter Demberger an, Pfarrer und Asienreferent der VEM, der die von der Flutwelle zerstörte Insel Nias südlich Sumatras besucht hat. Er warnte vor Partnerschaften „mit Onkel-Mentalitäten", die nur auf Geld- und Katastrophenbasis geschlossen werden. „Wir müssen nicht nur in den Katastrophengebieten Partnerschaften aufbauen, sondern weltweit, auch in andere Länder, und es muss kommunikativ sein. Das heißt, dass wir ernsthaft etwas voneinander lernen wollen", sagte er.

Die rheinische und die westfälische Landeskirche spendeten spontan je 80.000 Euro für die Flutopferhilfe. Insgesamt sind bei der VEM rund 500.000 Euro eingegangen. Weitere Spenden sind willkommen.

 

es/neu; EKiR.de-Fotos: Wilfried Neusel, Anna Neumann /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 9. Januar 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 20. Januar 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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