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Landessynode 2005

Kindergärten, Mission und Wahlen

Kindergärten dürfen die Träger maximal zehn Prozent kosten. Das fordert der „Bericht zur Lage und Entwicklung der Tageseinrichtungen für Kinder in der Evangelischen Kirche im Rheinland“. Der Bericht gehört zu den 30 Tagesordnungspunkten der Landessynode.

Die Lage der Kindergärten beschäftigt die Landessynode, die vom 9. bis 14. Januar in Bad Neuenahr tagt. Die Lage der Kindergärten beschäftigt die Landessynode, die vom 9. bis 14. Januar in Bad Neuenahr tagt.

Die Synode kommt vom 9. bis 14. Januar in Bad Neuenahr zusammen. Sie hat 236 Mitglieder und ist das oberste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Hintergrund der Kosten-Forderung ist die sich dramatisch verschärfende Finanz-Situation der evangelischen Träger der Kindertageseinrichtungen.

 

 

Kinder brauchen Kindertageseinrichtungen, die Träger finanzielle Entlastung - so die Hauptforderung der rheinischen Kirche. Kinder brauchen Kindertageseinrichtungen, die Träger finanzielle Entlastung - so die Hauptforderung der rheinischen Kirche.

Die Kürzungen durch das Land Nordrhein-Westfalen, die außerordentliche Finanznot vieler Kommunen und der Rückgang der kirchlichen Mittel „gefährden den Bestand“ evangelischer Kindergärten, heißt es in dem Bericht. Durchschnittlich bestreiten die Träger 20 Prozent der Kosten, vielerorts auch mehr. Um auf die zehn Prozent herunter zu kommen, sollen die Kirche mit den Landesregierungen und Gemeinden auf kommunaler Ebene verhandeln, so der Beschlussvorschlag.

Bereits acht Einrichtungen in NRW seien jüngst geschlossen worden. Für 2004/2005 würden in mindestens zehn Presbyterien Schließungen oder die Abgabe einer Kindertageseinrichtung überlegt, heißt es in dem Bericht. Derzeit gibt es im Gebiet der EKiR 881 Kindertageseinrichtungen. Sie bieten zusammen knapp 55.000 Plätze. Rund 55 Millionen Euro kircheneigene Mittel geben die Träger in den Einrichtungen aus.

 

 

Ist glauben heute schon eine Fremdsprache? Die Landessynode jedenfalls wird sich mit den Themen Mission und Evangelisation befassen. Ist glauben heute schon eine Fremdsprache? Die Landessynode jedenfalls wird sich mit den Themen Mission und Evangelisation befassen.

Schwerpunktthema Mission

„Vom offenen Himmel erzählen“ – unter diesem Titel steht ein Programm, das für die kommenden vier Jahre beschlossen werden soll. Folgt die Synode dem Beschlussvorschlag, so wird die EKiR die Themen Mission und Evangelisation zu ihrem Schwerpunktthema machen. Vorausgegangen ist dieser Vorlage das Proponendum „Auf Sendung“. Dazu liegen Antworten aus den rheinischen Kirchengemeinden vor. Ihre Auswertung zeigt als „stärkste Tendenz“: Die meisten Gemeinden bejahen Mission. Zwar unterstützen nicht alle den Begriff, wohl aber die Sache.

Aus den weiteren Ergebnissen der Auswertung der gemeindlichen Rückmeldungen: Spitzenreiter unter den einladenden Projekten sind nach Erfahrung der Gemeinden Glaubenskurse für Erwachsene. Pluspunkte bekommen beispielsweise auch die Besuchsdienste, vor allem bei Neuzugezogenen.

Am meisten Mühe machen demzufolge den Gemeinden Individualisierung, Institutionenskepsis und Traditionsabbruch. Das Evangelium wirke in der säkularen Gesellschaft wie ein Angebot unter vielen. Außerdem heißt es klagend in der Auswertung, es herrsche große Sprachlosigkeit. „Über den Glauben spricht man nicht, weil diese Fremdsprache nicht gekonnt wird, nicht gewohnt ist, nicht gewagt oder nicht gewollt wird.“

"Christen und Juden"

Gleich am ersten Tag wird sich die Landessynode zurückblicken. Zum Thema Christen und Juden ist ein Vortrag geplant. Dazu liegt den Synodalen das Papier „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden – Würdigung des Beschlusses und der Thesen der Landessynode von 1980 nach 25 Jahren“ vor. Darin wird an den damaligen Beschluss als „wegweisendes Ereignis“ im Verhältnis von Christen und Juden gesprochen. Man sei dankbar für alles Erreichte. Gleichzeitig sei es nötig, den Prozess von Umkehr und Erneuerung fortzuschreiben.

1980 hatte die rheinische Synode sich zum „niemals gekündigten Bund Gottes mit seinem Volk Israel“ bekannt. Damit verließ die rheinische Kirche die judenfeindliche Tradition, wonach der alte Bund Gottes mit Israel ersetzt worden sei durch einen neuen Bund in Jesus Christus. Vielmehr sei die Kirche durch Jesus Christus in Gottes Bund mit seinem Volk Israel hineingenommen. Heute müsse sich die veränderte theologische Sicht noch mehr in der Praxis niederschlagen, insbesondere im Gottesdienst. So müssten beispielsweise in den Lesungen und Predigttexten Abschnitte des Alten und des Neuen Testaments gleichmäßig ausgewählt werden.

Kirchenleitungs-Wahlen

Außerdem stehen Wahlen zur Kirchenleitung auf der Tagesordnung. Zur Wiederwahl tritt Präses Nikolaus Schneider an. Auch die Abteilungsleitenden Vizepräses Petra Bosse-Huber und die Oberkirchenräte Harald Bewersdorff und Georg Immel stellen sich ihrer Wiederwahl. Die Wahlperiode beträgt acht Jahre, also bis 2013.

Unter den nebenamtlichen Kirchenleitungsmitgliedern kandidieren Superintendent Manfred Rekowski (Wuppertal) und Renate Brunotte (Duisburg) erneut. Dagegen treten Ingeborg Bauch (Wissen) und Dr. Werner Tegtmeier (St. Augustin) nicht mehr an – für ihre Ämter kandidieren zwei Frauen bzw. drei Männer.

Vorbereitung der Prioritätendiskussion

Ein weiteres Thema der Synode wird die Prioritätendiskussion sein. Dabei soll erst in einem Jahr entschieden werden, welche landeskirchlichen Aufgaben Priorität bekommen. Fest steht: rund zehn Millionen Euro müssen künftig eingespart werden – ungefähr ein Fünftel des landeskirchlichen Haushalts. Die nun tagende Synode wird, nach Beratungen in Arbeitsgruppen, den Diskussionsprozess für das kommende Jahr festlegen.

Zeitplan

Auftakt der Landessynode ist am Sonntag, 9. Januar, ein Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr. Ungewohnterweise beginnt der Gottesdienst bereits vormittags um 11 Uhr. Am Sonntagnachmittag steht das Thema Christen und Juden auf dem Programm. Montagvormittag wird Präses Nikolaus Schneider seinen Jahresbericht erstatten. Die Wahlen finden voraussichtlich Donnerstagmorgen statt.

 

neu; EKiR.de-Fotos: Mathilde Kohl / 04.01.2005

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 3. Januar 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 20. Januar 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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