Logo EKiR
Landessynode 2008

An einem Tisch

Gemeinsamer Kampf gegen Aids und gemeinsame Spiritualität auf dem Weg zu dem einen Tisch – traditionell sprachen Gäste anderer Kirchen auf der Landessynode in Bad Neuenahr. Und betonten: Kirchengemeinschaft ist die große Chance – auch bei Globalisierung.

Globalisierung gehört zum christlichen Zeugnis: Professor MarK Burrows (UCC). LupeGlobalisierung gehört zum christlichen Zeugnis: Professor MarK Burrows (UCC).

„Unsere Kirchengemeinschaft ist eine bestimmte Art von Globalisierung“ – so griff Professor MarK Burrows von der UCC das Thema der Landessynode auf. „Wir sind mit dem Thema eng verbunden, nicht nur, weil die Beschäftigung mit dem Thema zum christlichen Zeugnis gehört. Die Kirchen der so genannten „entwickelten“ Länder ständen vor der Frage, wie „wir das Wort der Versöhnung Jesu erfahren sollten in einer Welt mit immer stärker werdenden Unterschieden zwischen den reichen und den armen Ländern.“ In Blick auf Jesu Wort vom „Tisch im Reich Gottes“ (Lk 13,29) sei die Frage, wie „wir mit den Schwestern und Brüdern von den südlichen Ländern um einen Tisch sitzen könnten. „Kirchengemeinschaft in unserer Zeit hat viel zu tun mit dem Wort Jesus von dem ungeteilten Tisch im Reich Gottes“, so Burrows weiter. Aber: „Wie finden wir den Weg zu diesem einen Tisch?“, fragte der Professor weiter. Das „Zeugnis zum Wort des gerechten Friedens“ sei jedoch in Amerika besonders schwer geworden angesichts der amerikanischen Kriegspolitik. Burrows erinnerte an die Aktion „100.000 für peace“ und die Kritik, die Rev. John H. Thomas dafür erntete.

Eine machtvolle Chance

Die Kirchen bräuchten einander, um die Möglichkeit einer „anderen Globalisierung“ darzustellen und um einander zu ermutigen sowie zu ermahnen, damit „wir die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen“, so Burrows. „Die Kirchengemeinschaft bietet eine machtvolle Chance, unsere Stimmen zu erheben“.

 

 

Kämpft für ein Basiseinkommen und gegen Aids: Pastor Wilfried Nico Diergaardt (ELCRN, re.) LupeKämpft für ein Basiseinkommen und gegen Aids: Pastor Wilfried Nico Diergaardt (ELCRN, re.)

Echte Geschwisterschaft

„Globalisierung hat einen direkten Bezug für den Kontext unsere Beziehung“, erklärte auch der stellvertretende Generalsekretär der ELCRN, Wilfried Nico Diergaardt. Die Partnerschaft zwischen EKiR und ELCRN sei eine „lebendige Partnerschaft im echten Sinn von Geschwisterschaft“.
Gerade auch die Unterstützung im Konflikt mit dem Internationalen Währungsfond (IWF) in der Frage eines Basiseinkommens spreche für „die Vernetzung und im der Kampf der ELCRN gegen Partnerschaft in einer wahrhaft ökumenischen Familie“.

Ebenso nannte Diergaardt den Kampf gegen HIV/Aids. „In Afrika ist HIV/Aids auch zu einem globalen Kriegsschauplatz konservativer religiöser Ideologien geworden“, erläuterte der Pastor aus Namibia. Konkret bezog er sich dabei auf den so genannten „Hilfsplan des (amerikanischen) Präsidenten zur Bekämpfung von AIDS“, der verbunden sei mit konservativen Wertevorstellungen, die unter anderem die Benutzung von Kondomen untersage. „Wenn die Kirche als Leib Christi Aids hat, kann unsere Antwort nur in der Solidarität mit den Infizierten und Betroffenen bestehen“, betonte Diergaardt. Die ELCRN habe aus diesem Grund amerikanische Hilfsgelder abgelehnt – umso wichtiger sei die auch finanzielle Unterstützung der EKiR. Diergaardt sieht es vor allem als Aufforderung an, die globale Wirtschaftsordnung kritisch zu hinterfragen – damit das Recht ströme wie ein Fluss, und Gerechtigkeit wie ein nie versagender Strom, egal ob im Rheinland oder zwischen Oranje, Kavango und Kuene.

 

 

Kein Klagesang gegen Globalisierung: Pastorin Susanne Freytag von der Protestantischen Kirche in den Niederlanden. LupeKein Klagesang gegen Globalisierung: Pastorin Susanne Freytag von der Protestantischen Kirche in den Niederlanden.

Globalisierung des Leibes Christi

Auch Susanne Freytag, Pastorin und Mitglied des Moderamens der Generalsynode der Protestantischen Kirche in den Niederlanden, sieht zwei Seiten von Globalisierung. Die wirtschaftliche Seite, die die Größe des Themas deutlich mache, und nicht zu einem „gemeinsamen Klagesang“ führen dürfe. Ebenso sprach Freytag aber auch von der „eigenen Globalisierung“, der „Globalisierung des Leibes Christi, die wir der einseitig wirtschaftlich bestimmten Globalissierung entgegensetzen können“, so Freytag. Darum seien Kontakte und Einladungen wie diese zur Landessynode wichtig, um über die eigenen Grenzen schauen zu können.

 

mai /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 7. Januar 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 8. Januar 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


Bild Dossiermarke