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Heiße Diskussion

Geteilte Meinung beim „Geteilten Amt“

Nach langer und heißer Diskussion hat die Synode beschlossen, dass zukünftig das „Geteilte Amt“ eine feste Einrichtung in der rheinischen Kirche werden soll. Seit 1998 gibt es probeweise das „Geteilte Amt“ in 3 Gemeinden in Duisburg und im Oberbergischen

Werbung für das "Geteilte Amt" Werbung für das "Geteilte Amt"

Im „Geteilten Amt“ arbeitet ein pfarramtliches Team aus Theologinnen und Theologen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Diakonie, Pädagogik und Sozialarbeit. Alle sind in Aufgaben, Pflichten und Rechten gleichberechtigt. Alle sind theologische und seelsorgliche Ansprechpersonen für die Gemeindemitglieder. In der Kirchengemeinde Obermeiderich in Duisburg betreuen zum Beispiel zwei Pfarrer und ein Pädagoge gemeinsam drei Pfarrbezirke, in Derschlag sind es ein Pfarrehepaar und ein Gemeindereferent. In Rheinhausen im Kirchenkreis Moers arbeiten zwei Pfarrer und eine Diakonin im "Geteilten Amt".

In der Diskussion auf der Landessynode wurden zwei Bewertungen des „Geteilten Amtes“ deutlich. Die eine Seite lobte die innovative Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen mit unterschiedlichen Qualifikationen. Hier werde eine Kultur des Zusammenarbeitens in Gemeinden eingeführt, die befruchtend für die ganze Kirche sein könne. Die andere Seite dagegen befürchtet, dass mit dem „Geteilten Amt“ ein Sparmodell zur Kürzung von Pfarrstellen entstehe. Dort wo eine ganze Pfarrstelle zu teuer für eine Gemeinde ist, könne dann diese durch eine billigere andere Personalstelle ersetzt werden.

 

Die Kämpferinnen und Kämpfer für das "Geteilte Amt" Die Kämpferinnen und Kämpfer für das "Geteilte Amt"

Schließlich konnten sich die Befürworter durchsetzen, zu denen auch Oberkirchenrat Jürgen Dembek gehört. Er betonte, dass für ihn das Konzept des geteilten Amtes die konsequente Fortführung des Verständnisses von Ordination, Dienst und Ämtern sei, das die Synode wenige Stunden vorher beschlossen hatte. Landeskirchenrätin Katja Wäller zog auch eine direkte Linie zwischen den beiden Beschlüssen. Sie glaubt, dass die Nicht-Theologinnen und Theologen im „Geteilten Amt“ bald auch ordiniert werden könnten.

Die Kirchenleitung ist nun gefordert die gesetzlichen Voraussetzungen für das „Geteilte Amt“ vorzubereiten, dass Gemeinden sich für dieses Modell entscheiden können.

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Bad Neuenahr / 14.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 14. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 15. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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