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Landessynode 2007

Steht die Kirche schon Kopf?

Mit einer auf dem Kopf stehenden Kirche brachte der theologische Nachwuchs der Evangelischen Kirche im Rheinland sich auch während der diesjährigen Landessynode in Bad Neuenahr ins Bewusstsein der 237 Synodalen.

Die Kirche steht Kopf - der theologische Nachwuchs fürchtet um seine Zukunft. Die Kirche steht Kopf - der theologische Nachwuchs fürchtet um seine Zukunft.

Und das aus gutem Grund: Die Strukturdebatte, einer der Hauptpunkte der Landessynode 2007, geht auf die Frage der zukünftigen Pfarrstellenbesetzung ein. Die Lage: Nicht nur die "mangelnden Kenntnisse der Kirchenleitung über die Pfarrstellenplanung haben zur jetzigen Situation beigetragen, die für viele unserer jungen Theologinnen und Theologen erhebliche Härten mit sich bringt und zu Enttäuschungen, ja auch zu Verbitterungen führt," gab Präses Nikolaus Schneider offen in seinem diesjährigen Präsesbericht zu. Er machte Druck: "Deshalb müssen wir jetzt aber auch unbedingt handeln."

Ein zentrales Bewerbungsverfahren

"Eine ganze Theologen-Generation geht der rheinischen Kirche verloren: Die Kirche steht Kopf", heißt es in der Pressemitteilung des "Rheinischen Konvents - Vereinigung der VikarInnen, der PfarrerInnen zur Anstellung, PastorInnen im Sonderdienst sowie der nicht oder nur befristet beschäftigten TheologInnen in der Evangelischen Kirche im Rheinland". "Nicht mit uns!?", hält deshalb der theologische Nachwuchs dagegen - und erhofft sich, dass die Lasten solidarisch innerhalb der Kirche verteilt werden.

Die Pläne laut Vorlagen der Landessynode: Zugang zum Pfarrdienst durch ein zentrales Bewerbungsverfahren. Ist dieses erfolgreich durchlaufen, erfolgt in der Regel die Berufung - unter Begründung eines Pfarrdienstverhältnisses auf Lebenszeit - in so genannte mbA-Stellen. mbA - das sind Stellen mit besonderem Auftrag, die mit Blick auf die immer weniger werdenden Gemeindepfarrstellen eine Alternative bieten sollen. "Diese mbA-Stellen werden keine Notstellen sein, es werden schon interessante Aufgaben sein", betonte Präses Schneider.

Qualität und Qualifikation

Der Konvent forderte, dass die Wahlfähigkeit sowie die Ordinationsrechte der Theologinnen und Theologen nicht von dem Bestehen in dem geplanten Bewerbungsverfahren abhängen dürften. Damit würden die Qualität und die die Qualifikation der Bewerber nicht angemessen gewertet werden.

Fakt bleibt: Immer weniger Pfarrstellen werden zur Verfügung stehen. Und wenn die Landeskirche das geplante Besetzungsrecht für jede zweite zu besetzende Stelle mit Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Wartestand beschließt, dann "schränkt das die Lage für die jungen Leute weiter ein", so Schneider.

Präses Schneider: "Es soll eine verlässliche Beziehung zwischen den jungen Leuten und ihrer Kirche sein."

 

 

 

neu / mai, Foto: Daniela Loster /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 9. Januar 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 9. Januar 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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