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Carsten Wiegel

Carsten Wiegel

Landessynode 2013

Raum zum Entdecken künstlerischer Kräfte

Eine weitere Facette von Inklusion wird Kunstinteressierten in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr geboten: Die Ausstellung Ticktack – Bilder der Künstlergruppe Malzeitler.

In der Ausstellung könne man Vielfalt und andere Ausdrucksformen wahrnehmen, erklärte Eberl. Denn Inklusion spiegele sich auch in der Kunst wieder. Seit neun Jahren hat sich die Malgruppe des Diakoniewerks Duisburg, Fachbereich Sozialpsychiatrie, als „Malzeitler“ einen Namen durch viele Ausstellungen gemacht. Nun zeigen die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke bis zum 20. Januar in der Martin-Luther-Kirche.

Seit neun Jahren treffen sich die Malzeitler, mit dabei das Künstlerpaar Petra Dreier und Michael Hanousek. „Wir wollen den Menschen Raum geben, ihre künstlerischen Kräfte zu entdecken und auszuleben“, sagte Dreier. Carsten Wiegel, einer der Künstler, ist mit Unterbrechungen von Anfang an dabei. „Damals habe ich gesagt, ich kann gar nicht malen. Ich wollte einfach nur mal schauen, was da so los ist“, erzählte er. In der Martin-Luther-Kirche sind elf seiner Werke zu sehen. Porträts nach Bildern aus der Kunstgeschichte wie beispielsweise Botticelli oder Rembrandt, wie Pfarrer i.R. Erich Witschke während der Eröffnung der Ausstellung erläuterte.

Die Bilder der Künstlerinnen und Künstler zeigten die Wandlungen des Begriffs Künstler. Nicht mehr Handwerk und Genie, sondern Kreativität, Spontanität und Authentizität seien heute entscheidend. „Die Kunst hier unterscheidet sich nicht von Kunst in Museen und Galerie“, betonte Witschke.

 

Oberkirchenrat Klaus Eberl bei der Vernissage in der Martin-Luther-Kirche.

Bei Inklusion ist nicht zu sparen

Vielfalt und auch andere Ausdrucksformen wahrnehmen, gehöre auch zu Inklusion. Und Kunst sei eine solche andere Ausdrucksform, sagte Oberkirchenrat Klaus Eberl in einer Pressekonferenz vor der Ausstellungseröffnung.

Inklusion könne nicht nur auf den Bildungsbereich bezogen werden, denn sie habe viele Facetten. Das NRW-Schulgesetz finde er vernünftig, aber ohne über finanzielle Ressourcen zu sprechen, könne man das nicht umsetzen, sagte Eberl. Mit Inklusion im Bildungsbereich könne man nicht sparen.

Es gebe Regelschulen alter Prägung, Förderschulen und inklusive Schulen. „Aber wie das zusammen funktionieren wird, wissen wir noch nicht. Das wird ein langer Prozess“, ist er sich sicher. Es habe keinen Sinn, an jeder Regelschule Kinder mit Behinderungen zu beschulen, sondern nur an den Schulen, die die Ausstattung dazu haben.

Dass die diakonischen Einrichtungen vor großen Herausforderungen stehen, weg von „etwas für behinderte Menschen tun hin zu etwas mit Behinderten Menschen tun“, erläuterte Helga Siemens-Weibring, Leiterin Familie, Bildung, Erziehung des Diakonischen Werkes Rheinland, Westfalen und Lippe. Sie kündigte einen Kongress zur Behindertenrechtskonvention im Juli an. Sie verwies darauf, dass Diakonie und Kirche das Thema Inklusion gemeinsam für die Landessynode vorbereitet haben.

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ekir.de / pas, Fotos Hans-Jürgen Vollrath / 08.01.2013


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