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Nach der Landessynode

"Verletzte Lämmer"

Mehrere Einrichtungen werden verlegt bzw. mit anderen Institutionen an anderen Orten zusammen gelegt: Wie geht es den Menschen nach den einschneidenden Beschlüssen?

Zukunftsstrategie entwickeln: Die Akademie Mülheim und ihre Direktorin Dr. Sybille Fritsch-Oppermann Zukunftsstrategie entwickeln: Die Akademie Mülheim und ihre Direktorin Dr. Sybille Fritsch-Oppermann

Unter denen, die es nun endgültig getroffen hat, gibt es sogar noch solche, die Mitleid mit Ihresgleichen haben. Zum Beispiel im Predigerseminar Bad Kreuznach, das an diesem Ort aufgelöst werden wird, wie die Landessynode beschlossen hat. Die Leute in Rengsdorf seien doch aus allen Wolken gefallen, sagt eine Kreuznacher Mitarbeiterin mitfühlend auf die Frage nach dem eigenen Befinden. Auch der Direktor des Kreuznacher Predigerseminars, Pfarrer Michael Fuhr, betonte ungefragt, die Mitarbeitenden in Rengsdorf habe es doch "wie ein Keulenschlag" getroffen, ihnen gelte sein Mitgefühl.

Der Leiter des Pastoralkollegs in Rengsdorf, Pfarrer Heinrich Süselbeck, muss das bestätigen. "Die Entscheidung wirft uns erstmal aus der Bahn." Schließlich hatte die Kirchenleitung vorgeschlagen, das Pastoralkolleg am bisherigen Standort zu belassen. Doch die Synode entschied anders: Nun muss das Pastoralkolleg Rengsdorf verlassen und soll sich in Wuppertal eingliedern. Seine Mitarbeitenden habe diese Entscheidung "kalt erwischt", berichtete Süselbeck auf Anfrage von ekir.de.

Gleich am Montag nach der Landessynode waren drei Vertreter des Landeskirchenamts sowie Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (Moers) nach Rengsdorf gekommen, um mit den 17 Mitarbeitenden in Rengsdorf zu sprechen und ihre Fragen zu beantworten. Die Besucher seien "nicht in die Höhle des Löwen, sondern in den Stall der verletzten Lämmer" gekommen, formuliert es Pfarrer Süselbeck.

Anderenorts müssen die Mitarbeitenden bis nächsten Montag auf ein Treffen warten. In der Evangelischen Akademie Mülheim/Ruhr, die nach Bonn-Bad Godesberg zum Pädagogisch-Theologischen Institut umziehen soll, gibt es am 20. Januar eine Mitarbeiter-Klausur. Direktorin Dr. Sybille Fritsch-Oppermann kuriert gerade eine Grippe aus und sortiert aber derweil schon, welches die wichtigsten nächsten Schritte sind. Sie hoffe, die "Quadratur des Kreises" in diesem Jahr zu schaffen und mit ihren Mitarbeitenden den Akademiebetrieb öffentlichkeitswirksam aufrecht zu erhalten. Parallel beginne die Arbeit an der Konzeption für den neuen Standort.

Auch beim Presseverband der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) werden die Mitarbeitenden am 20. Januar zusammen geholt. Der dortige Geschäftsführer und Chefredakteur des WEG (der eingestellt werden soll), Andreas Krzok, erklärte auf ekir.de-Anfrage, dass dann schon genauere Informationen möglich würden, weil zuvor die Vorstandssitzung stattfinden wird. Die Stimmung im Haus sei natürlich angespannt, so Krzok. Ansonsten "setzen wir darauf, die Nachfolgepublikationen schnell und gut auf den Weg zu bringen".

Die Mitarbeitenden des Kreuznacher Predigerseminars hatten die Debatte und Entscheidung der Landessynode in Bad Neuenahr persönlich verfolgt: Sie waren hingefahren. Fuhr: "Das war schon ein Stück Trauerarbeit". Außerdem habe die Schließungsdrohung ja schon lange bestanden. Nun ist der Beschluss da: Am Montag danach ist ein neuer Kurs hins Haus gekommen. Der fordere sein Recht. "Und ich denke, wir sind professionell genug, die gute Ausbildung auch jetzt zu gewährleisten."

Ansonsten sorgt sich der Direktor vor allem um die nichttheologischen Mitarbeiterinnen im Predigerseminar. Sie seien zumeist familiär in der Region gebunden, eine "nicht gerade strukturstarke Gegend". Insgesamt arbeiten 15 Frauen und Männer am Predigerseminar.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 13. Januar 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 13. Januar 2003. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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