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Landessynode 2012

Reform beginnt mit dem Hören auf Gottes Wort

Über Kirchenreformen, ihre Grenzen und über Verantwortung hat Oberkirchenrat Manfred Rekowski im Eröffnungsgottesdienst der 63. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gesprochen.

Gottesdienst zu Beginn der 63. Landessynode in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr.

Gottesdienst zu Beginn der 63. Landessynode in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr.

„Aus der Kirche der Reformation ist vielfach eine institutionalisierte Kirchenreform geworden“, erklärte Rekowski in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr. Kirchenreform beginne mit dem Hören auf das Wort und nicht erst mit der Diskussion einer Synodalvorlage. Auch gesellschaftliche und politische Verantwortung beginne mit dem Hören auf das Wort und nicht erst mit der Formulierung von Handlungsempfehlungen, führte er aus. Reform setze auf Ordnung, auf Strukturen, aber die Konzentration auf die Optimierung der Institution Kirche bringe diese in eine Sackgasse. „Wir werden wahrgenommen als eine mit sich selbst beschäftigte Organisation und sind es vielfach auch. Bei uns gilt inzwischen oft: nach der Reform ist vor der Reform“, räumte er in seiner Predigt über den 1. Korintherbrief 1, 26-31, ein.

Der Grenzen bewusst sein: Oberkirchenrat Manfred Rekowski

Doch Kirche müsse sich ihrer Grenzen bewusst sein. Rekowski verwies auf die Barmer Theologische Erklärung, die von der `Kirche der begnadeten Sünder´ spreche. In dieser „gibt es auch immer eine Schuld der Verantwortungsträgerinnen und –träger. Aber es gibt auch genauso die Schuld der Zuschauer, der Mitläuferinnen und der Träger von weißen Westen. In der `Kirche der begnadeten Sünder´ gibt es eine Solidarität der Schuldigen, die einander nichts voraus haben.“ Zwar sei diese solidarische Schuld-Gemeinschaft nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, „aber sie ist hier versammelt“, betonte er. 

Der Chor PaterNoster aus Düsseldorf unter der Leitung von Elke Wisse sang im Eröffnungsgottesdienst der Landessynode 2012. Am Piano: Niclas Floer.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Düsseldorfer Chor PaterNoster unter Leitung von Kantorin Elke Wisse gestaltet. Mit der Kollekte des Eröffnungsgottesdienstes wird ein Projekt der Gefängnisfürsorge der United Church of Christ, einer Partnerkirche der EKiR in den USA, unterstützt.

 

ekir.de / pas, Fotos: Hans-Jürgen Vollrath / 07.01.2012