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Landessynode 2010

Grenzen wahrnehmen, Maßlosigkeit aufgeben bearbeiten

„Es ist ein schmerzlicher Prozess, die eigenen Grenzen, das eigene begrenzte Maß anzunehmen“, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph in ihrer Predigt zur Eröffnung der 60. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKIR) in Bad Neuenahr.

Predigte über das Maß des Glaubens: Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

Predigte über das Maß des Glaubens: Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

In der Martin-Luther-Kirche predigte Rudolph über Verse aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer. Ihm gehe es in seinem Brief „um Gottes Barmherzigkeit in unserem Leben, sie ist das Maß des Glaubens, Metrum, Takt des Lebens, von Gott zugeteilt“, so Rudolph. Dabei seien Gottes Maße aber anders als erwartet. Gottes Barmherzigkeit habe eine Leidenschaft für die kleinen unauffälligen Orte.

Eröffnungsgottesdienst in der Neuenahrer Martin-Luther-Kirche.

Eröffnungsgottesdienst in der Neuenahrer Martin-Luther-Kirche.

Nach einem Loblied auf die Barmherzigkeit Gottes bringe Paulus „Schlag auf Schlag Stichworte für das Handeln und Tun des Menschen, die es in sich haben: die Leiber als lebendige Opfer, der vernünftige Gottesdienst, keine Gleichschaltung mit der Welt, das Prüfen des Willens Gottes“.

Winterlich eingeschneit: Die Landessynode feierte ihren Eröffnungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche.

Winterlich eingeschneit: Die Landessynode feierte ihren Eröffnungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche.

Dabei könne es sein, dass man vor lauter Suche nach dem Großen und Erhabenen die Barmherzigkeit Gottes übersehe, warnte sie. Es sei die Einladung, Gottes Barmherzigkeit wahrzunehmen, im Unfertigen, im Fragmentarischen, im Mittelmäßigen. „Und damit findet Gott einen Platz im Leben. Nicht in dem, wie man gerne sein und scheinen möchte, sondern in dem, wie man wirklich ist.“

Für jeden Betenden und Glaubenden gelte: „Lebe nach dem Maß des Glaubens, den Gott dir zugeteilt hat. Nimm deine Grenzen wahr.“ Das bedeute eben auch, die Maßlosigkeit aufzugeben.

Doch Paulus lasse seine Geschwister nicht allein mit der Aufgabe, ihr Maß zu finden. Neben der Grenze des eigenen zugewiesenen Maßes des Glaubens stelle er die Gemeinschaft. „Sein Lieblingsbild von der Gemeinde als einem Körper. Jedes Glied hat seine begrenzten Fähigkeiten und ist auf die anderen verwiesen. Beides, das Einüben in das eigene zugewiesene Maß des Glaubens und das Angewiesensein auf die anderen ist nicht etwas, das man lernt und dann begriffen hat. Es ist ein lebenslanger Prozess“, so Rudolph.

Für die musikalische Untermalung sorgten die Kölner Kantorei unter der Leitung von Volker Hempfling und Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek an der Orgel. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt dem Projekt der Vereinten Evangelischen Mission „Ausbildung statt Armut“ am Beispiel Ruanda zugute.

ekir / pas, neu / 22.02.2010