Logo EKiR

Gottesdienst

Kollekten: Grundsätze

Anlässe, Zweckbestimmungen, Formen des Einsammelns: Im Laufe der Zeit haben sich viele Grundsätze bezüglich der Kollekten herausgebildet.

Seit den Zeiten der frühen Kirche hatte sich ein großes und umfassendes Spenden-, Abgaben- und Kollektenwesen entwickelt. Es hat in der Reformationszeit eine neue Struktur bekommen. Von Luther sind die Schrift „Die Ordnung des gemeinen Beutels“ und die „Leisniger Kastenordnung“ überliefert.

Der Reformator Bugenhagen machte in seiner Kirchenordnung für Braunschweig die Klingelbeutelkollekte im Gottesdienst verbindlich. In Preußen wurde dem Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin die Zuständigkeit für das Kollektenwesen zugewiesen. Gleichzeitig verzichtete der Staat auf die Besteuerung dieser Einnahme.

Heute gibt es die Kollekte im Gottesdienst in zweifacher Gestalt:

Eine dieser beiden Kollekten, in der Regel der Klingelbeutel, ist für „diakonische Aufgaben der Gemeinde“ bestimmt, für die zweite Kollekte stellt die Landeskirche jährlich einen verbindlichen Kollektenplan auf.

Kollekten bei Amtshandlungen, die nicht im Sonntagsgottesdienst stattfinden, also vornehmlich bei Trauungen, können für einen freien kirchlichen Zweck vorgesehen werden.

Für alle Kollekten gilt das Prinzip von Klarheit und Wahrheit. Das bedeutet, dass die Kollektenzwecke eindeutig beschrieben werden, die Gelder umgehend abgeführt werden und die Kollekten in vollem Umfang genau für diesen beschriebenen Zweck verwandt werden. Darum werden auch Zinserträge aus Kollektengeldern, die sich bei der Landeskirche ansammeln, wieder ausschließlich regulären Kollektenzwecken zugeführt.

ekir.de / 02.02.2011


EKiR von A-Z