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Pressekonferenz

Teilnehmende der Pressekonferenz (v.l.): Bernd Baucks, Barbara Rudolph, Evelyne Will-Muller und Johann Weusmann

Landessynode 2016

Kirche für heute und morgen

Wie steht es um die Finanzen der Evangelischen Kirche im Rheinland? Wie können ökumenische Partner die Veränderung in der Kirche begleiten? Um diese Fragen ging es in der zweiten Pressekonferenz während der rheinischen Landessynode.

17 Gäste aus den Partnerkirchen haben im Juni 2015 die Evangelische Kirche im Rheinland besucht und in einem Bericht ihre Eindrücke dargestellt. Zu den Gästen gehörte auch Evelyne Will-Muller. Sie habe bei der ökumenischen Visite im Rheinland eine „lebendige und vielfältige Kirche mit hohem Potenzial“ gesehen, berichtete sie bei der Pressekonferenz zur 68. ordentlichen Landessynode am Dienstag in Bad Neuenahr.

Die französische Christin aus der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen ist wie die anderen ökumenischen Gäste von der „hohen Professionalität“  in der Diakonie und den gemeindlichen Kindergärten beeindruckt. Aber ihr fiel ebenso auf, wie oft finanzielle Fragen im Vordergrund stehen, obwohl die Kirche aus der Außensicht doch noch viele Mittel hat. Und bei einigen Projekten fragte sie sich: „Was ist eigentlich das spezifisch Evangelische daran?“. Sie empfahl eine stärkere Orientierung an der Bibel.

Für Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Ökumene-Abteilung in der rheinischen Kirche, ist eine Konsequenz der Visite, ganz im Sinne des Mottos der Landessynode "Weite wirkt!", auf die gemeinsame ökumenische Beratung auch künftig zurückgreifen zu wollen. Es sei beeindruckend, wenn Gäste aus ganz unterschiedlichen Ländern zu ganz ähnlichen Ergebnissen kämen. Mit den Erfahrungen der Visite hätten sich schon einige Kreissynoden beschäftigt und „der Bericht wird in den nächsten Jahren noch an vielen Stellen diskutiert werden“. „Wie kann unsere Kirche für heute und morgen relevant sein?“, lautet für sie die entscheidende Frage.

Gute Kirchensteuerprognose für 2016

Eine Situation mit guten Kirchensteuernahmen für 2015 und einer positiven Prognose von 720 Millionen Euro für 2016 in der Gesamtkirche beschrieb der Finanzchef der rheinischen Kirche, Oberkirchenrat Bernd Baucks. 10,1 Prozent davon sind der Anteil für die landeskirchliche Ebene.

„Die Situation ist gut durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, auf die wir keinen Einfluss haben“, gab Baucks jedoch zu bedenken. Man wisse aber, dass dies nicht so bleibe und deshalb gestalte man einen Prozess, um geordnet kleiner zu werden. Zudem hätten bestimmte wirtschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel der niedrige Erdölpreis auch negative Folgen für die Umwelt und den Frieden.

Baucks zeigte sich zufrieden darüber, dass die Landeskirche in der aktuellen Situation 1,5 Millionen Euro für Flüchtlingsarbeit an den Außengrenzen der Europäischen Union und in Gemeinden und Kirchenkreisen bereitstellt. Das solle auch in den nächsten Jahren so bleiben.

Über die aktuellen Prozesse der Aufgabenkritik und der Haushaltskonsolidierung berichtete der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Johann Weusmann. Bei der Aufgabenkritik gehe es um 150 einzelne Maßnahmen mit einem Einsparvolumen von 8 Millionen Euro bis 2023. Der Landessynode lägen jetzt außerdem für die Haushaltskonsolidierung Konzepte vor, mit deren Umsetzung im ersten Schritt Einsparungen von 9 der geplanten 12 Millionen Euro erreicht werden könnten. Für die restlichen drei Millionen Euro sind noch Klärungen nötig. „Die schmerzhaften Einschnitte im Gefolge werden wir noch zu spüren bekommen“, erklärte er.

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ekir.de / rtm / Foto: Hans-Jürgen Vollrath / 12.01.2016


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