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Landessynode 2012

Beraten und beschlossen

Coca-Cola-Verzicht, Superintendentenamt im Hauptamt, Flüchtlingshilfe in Marokko, Inklusion: Weitere Beschlüsse der 63. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Landessynode 2012

Landessynode 2012

Landessynode empfiehltden Verzicht auf Coca-Cola-Produkte

Die Landessynode 2012 empfiehlt ihren Ämtern, Werken und Einrichtungen sowie den Kirchenkreisen und Gemeinden, auf Getränke des Coca-Cola-Konzerns zu verzichten. Stattdessen sollen dort vor allem öko-fair hergestellte und beschaffte Getränke möglichst regionaler Herkunft angeschafft und ausgegeben werden. Anlass für diese Empfehlung war die 2008 beschlossene Selbstverpflichtung des Kirchenkreises Oberhausen zum Coca-Cola-Boykott gewesen. Die Kreissynode Oberhausen hatte gebeten, einen solchen Boykottaufruf auch für die Ebene der Landeskirche zu beschließen. Dem mochte sich das Leitungsgremium der Landeskirche jedoch nicht anschließen. Die Quellen, die von Menschenrechtsverletzungen, Missachtung sozialer Standards und Umweltschädigung durch den Konzern berichteten, seien nicht überprüfbar. Andererseits hätten die Tagungen und Gespräche mit Vertretern des Konzerns die Bedenken nicht ausräumen können. Die Evangelische Kirche im Rheinland fordert Coca-Cola auf, weltweit vermehrt Anstrengungen zu unternehmen, um den Schutz der Menschenrechte, soziale Standards und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Der Dialog der rheinischen Kirche mit dem Konzern, so heißt es in dem Beschluss, soll fortgesetzt werden.

Superintendenten auch im Hauptamt

Die Landessynodalen haben zugestimmt, dass Superintendentinnen und Superintendenten zukünftig ihr Amt entweder im Haupt- oder im Nebenamt ausüben können. Auf Antrag der Kreissynode, die sich mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit dafür ausgesprochen hat, entscheidet die Kirchenleitung über die Hauptamtlichkeit der Superintendentin oder des Superintendenten, so der Beschluss. Die Hauptamtlichkeit soll Superintendentinnen oder Superintendenten entlasten. Übt die Superintendentin oder der Superintendent das Amt hauptamtlich aus und scheidet dann aus diesem Amt aus, wird er oder sie in den Wartestand versetzt oder erhält eine Pfarrstelle mit besonderem Auftrag.

Flüchtlingsarbeit in Marokko unterstützen

Die Landessynode hat beschlossen, die Flüchtlingsarbeit der Eglise Evangélique au Maroc (EEAM) finanziell zu unterstützen. Zunächst wird der EEAM drei Jahre mit jeweils 10000 Euro geholfen, wie die Synode mit großer Mehrheit ohne Gegenstimme abgestimmt hat. Damit wurde dem Antrag des Kirchenkreises Jülich, der eine Unterstützung der EEAM mit jährlich 50000 Euro vorsah, nicht vollständig entsprochen.

Auf dem Weg zu Inklusion

Die nächste Landessynode 2013 wird denSchwerpunkt Inklusion als "Querschnittsthema" haben, wie Oberkirchenrat Klaus Eberl ankündigte. Auf dem Weg dahin hat die Landessynode 2012 das Papier "Auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungsverständnis" angenommen. Darin wird unterstrichen, dass die rheinische Kirche das Anliegen der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UNO) unterstützt. Es gelte Barrieren für Teilhabe und Diskriminierungen weiter abzubauen. Zugleich spricht sich die Landessynode für eine inklusive Pädagogik aus. "Inklusion" sei ein Paradigmenwechsel, sagte bei der Einführung in der Plenarsitzung die Landessynodale Silke Metzner, Lehrerin für Englisch und Geschichte am Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim. Inklusion stelle sich auf Menschen mit Behinderung ein. Ziel sei eine "Enthinderung" in unseren Köpfen. Auf der Landessynode 2013 werde dann mit dem Thema in die Tiefe gegangen.

Barmer Theologische Erklärung

„Die Barmer Theologische Erklärung ist ein Schatz reformatorischer Tradition, den wir auch anderen ans Herz legen sollten“, begründete Dr. Hellmut Zschoch seinen Initiativantrag, den die Landessynodalen einstimmig angenommen haben. Die Landessynode bittet die Kirchenleitung, die Erinnerung an die Barmer Theologische Erklärung als Beitrag der rheinischen Kirche in die Reformationsdekade der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einzubringen.

Neues Sozialwort der Kirchen

Die Landessynode hat mit großer Mehrheit beschlossen, die EKD zu bitten, ein „Aktuelles Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland unter Einschluss der europäischen Perspektive“ zu erarbeiten.

ekir.de / neu, pas, roß / 12.01.2012