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Landessynode: Umstrukturierung

Akademie künftig in Bonn

Der Standort Bonn-Bad Godesberg mit den eigenständigen Einrichtungen PTI und Akademie, Wuppertal als Zentrum der theologischen Aus- und Fortbildung: so sieht das Struktur-Konzept aus

Während der Plenarsitzung zum Thema Umstrukturierung. Während der Plenarsitzung zum Thema Umstrukturierung.

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) hat jetzt den Beschluss zur Konzentration ihrer übergemeindlichen Aufgaben gefasst. Dabei übernahm die Landessynode in Bad Neuenahr den Kirchenleitungsvorschlag nicht komplett. Das Ergebnis zusammengefasst:

In Bonn-Bad Godesberg werden in Zukunft angesiedelt sein: die Evangelische Akademie (bisher Mülheim/Ruhr) und das Pädagogisch-Theologisches Institut (PTI).

In Wuppertal werden künftig sein: Kirchliche Hochschule, Predigerseminar (bisher Bad Kreuznach), Pastoralkolleg (bisher Rengsdorf) und Landeskirchliche Bibliothek (bisher Düsseldorf).

Das ist das Ergebnis der Abstimmung der Landessynode zur "Konzentration landeskirchlicher Aufgaben" der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Entscheidung fiel am Nachmittag des sechsten Synodentags. Die Entscheidung fiel einmütig: Drei Gegenstimmen und wenige Enthaltungen gab es.

Mit der Umstrukturierung soll eine "Grundsolidierung" der rheinischen Kirche erreicht werden, sagt Vizepräsident Christian Drägert bei der Diskussion im Plenum. "Eine Verdrängung der Probleme wäre unverantwortlich." Auch eine Verschiebung lehnte er ab: Sie würde die Belastung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch erhöhen. Über einen "Konsens" freute sich nach der Abstimmung Präses Manfred Kock - und dankte der Synode dafür.

 

Frust nach der Abstimmung - zumindest bezüglich der Aufgabe des Predigerseminars Bad Kreuznach. Frust nach der Abstimmung - zumindest bezüglich der Aufgabe des Predigerseminars Bad Kreuznach.

Unter dem Titel "Konzentration der landeskirchlichen Einrichtungen" lag der Landessynode zunächst ein Vorschlag der Kirchenleitung dazu vor, wie der landeskirchliche Haushalt dauerhaft und strukturell entlastet werden sollen. Dieser Vorschlag sah bereits die Verlagerung des Predigerseminars in Bad Kreuznach nach Wuppertal und die Zusammenlegung des Internats Düsseldorf-Kaiserswerth mit dem Internat in Hilden vor. Das kirchliche Verwaltungsgebäude in der Düsseldorfer Rochusstraße (Haus landeskirchliche Dienste) solle verkauft, die dortigen Einrichtungen anderswo untergebracht werden.

 

Werbung noch während der Plenardiskussion für die Akademie in Mülheim/Ruhr. Werbung noch während der Plenardiskussion für die Akademie in Mülheim/Ruhr.

Aber: Das Pädagogisch-Theologische Institut (Bonn) sollte (wie die Landeskirchliche Bibliothek (Düsseldorf)) nach Wuppertal in die Kirchliche Hochschule verlegt werden. Außerdem sollte die Evangelische Akademie Mülheim/Ruhr ihr Mülheimer Haus aufgeben und ihre Arbeit künftig in Düsseldorf am Standort FilmFunkFernsehZentrum tun.

"Rapide geänderte" politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für die evangelischen Kirche in Deutschland sind dem Kirchenleitungsbeschluss zufolge die Gründe für diesen Konzentrations-Vorschlag. Finanzielle Einbußen durch die Steuerreform und die wirtschaftliche Lage sowie die demografische Entwicklung stellten die Kirchen "vor großen Herausforderungen". In Zahlen: Für die EKiR sei eine dauerhaftes, jährliches Defizit von rund sechs Millionen Euro zu erwarten. Der Vorschlag sei so angelegt, die jetzt noch "guten Chancen" für eine vernünftige Planung und Gestaltung der Strukturen zu nutzen.

Im Zuge der Diskussion hat die Landessynode beschlossen, dass die Landeskirche das tun soll, was Kirchengemeinden seit kurzem müssen: sich eine "Gemeindekonzeption" geben. Jedenfalls soll ein Verfahren dafür vorgeschlagen werden.

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 10. Januar 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 8. Oktober 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 


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