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Landessynode 2010

Mission und Volkskirche als zukunftsträchtige Verbindung

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) inklusive ihrer Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen wird künftig all ihr Tun der "Leitvorstellung missionarisch Volkskirche sein" unterstellen, wenn die Landessynode 2010 so entscheidet.

Der entsprechende Beschlussvorschlag, als Drucksache 2 der Landessynode 2010 vorgelegt, sieht vor, dass sämtliche Entscheidungen über Strukturen, Programme und Maßnahmen künftig an dieser Leitvorstellung ausgerichtet sein sollen. Dabei enthält die Drucksache nicht nur nähere Erläuterungen zur Leitvorstellung, sondern auch zehn Selbstkontrollfragen, die dazu dienen, diese Ausrichtung auch zu überprüfen.

Bibel, Spiritualität, Gottesdienst, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung, Diakonie und Seelsorge, Bildung, Lebensbegleitung, Glaubenswerbung und weltweite Kirche - das sind die zehn Stichworte, zu denen die zehn Selbstkontrollfragen formuliert sind. Ein Beispiel aus dem Bereich Bibel: "Wie bringt eine kirchliche Umweltgruppe ihre biblische Motivation für die Bewahrung der Schöfpung bei einer Aktion öffentlich zum Ausdruck?" Ein Beispiel aus dem Bereich Gottesdienst: "Wie werden Kasualien so gestaltet,. dass sie zu einem lebendigeren Glauben beitragen?"

Missionarisch und Volkskirche zu sein, das ist nicht selten als "zwei entgegengesetzte Kirchenbilder" gesehen worden, wird in dem Papier eingeräumt. Doch: "Nach unserem Verständnis gehört beides zusammen", bilden diese beiden Bestandteile "eine starke Verbindung" und weisen in die Zukunft der Kirche. Im Blick auf das (scheinbare) Gegensatzpaar wird auch Präses Schneider zitiert, der einmal gesagt hat: "Mission bewahrt die Volkskirche vor Unverbindlichkeit -Volkskirche bewahrt die Mission vor Enge und Realitätsverlust."

Einladung zum Glauben

Ohne Negativerfahrungen von Menschen mit Mission auszublenden, ausdrücklich gegen Zwang, Manipulation, Abwerbung von Mitgliedern anderer christlicher Konfessionen und unter Ausschluss jeglicher Judenmission skizziert die Drucksache eine Missionsvorstellung, in der die Kirche "auf Menschen zugeht, um sie mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen, sie zum Glauben einzuladen". In einer pluralen Gesellschaft, in der die Bindungskraft des Christentums nicht mehr selbstverständlich ist, gewinne die Mission an Bedeutung.

Volkskirche - der Begriff entstand einst in Ablösung der Idee der Staatskirche - steht als Kurzwort für eine Kirche für das Volk und des Volkes. Und so versteht sich die rheinische Kirche als Volkskirche, in der "Raum für unterschiedliche Frömmigkeitsformen und unterschiedliche Grade der Beteiligung am kirchlichen Leben" ist. "Kirchendistanzierte haben hier genauo ihren Platz wie Menschen, die sich intensiv engagieren."

ekir.de / neu / 22.02.2010