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Präses Rekowski wendet sich in einem Brief an die rheinischen Gemeinden

Christenmenschen haben Maßstäbe und Werte in die Flüchtlingsdebatte einzubringen

Pressemitteilung Nr. 56/2016 

Düsseldorf. Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat die Gemeinden und Kirchenkreise in der Evangelischen Kirche im Rheinland gebeten, „sich in die Diskussionen um die Flüchtlingssituation, den Umgang mit den ,fremden Neuankömmlingen’ und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzubringen und so der Stadt Bestes zu suchen“. In einem Brief zur Flüchtlingssituation hat sich Präses Rekowski heute mit dem Dank für geleistete Arbeit und der Bitte, am Engagement festzuhalten, an die rheinischen Presbyterien, Kreissynodalvorstände und Pfarrerinnen und Pfarrer gewandt.

Seit dem Spätsommer hätten sich die Diskussionen um die Flüchtlingsfrage erheblich verändert, konstatiert Rekowski. Schwierigkeiten in der geordneten Abwicklung der Verfahren und Unklarheiten über die zu erwartende weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Deutschland hätten die Menschen verunsichert: „Die öffentlichen Diskussionen konzentrierten sich zunehmend auf die Behauptung, eine Obergrenze in der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland sei erreicht und die Politik müsse um nahezu jeden Preis den Zuzug von Flüchtlingen stoppen oder wenigstens eine Kontingentierung erreichen. Wir wissen um die Befürchtungen, die auch Menschen in unserer Kirche bei diesem Thema haben.“ Er wolle die Einzelentscheidungen der letzten Wochen und die damit verbundenen Maßnahmen der Flüchtlingsabwehr und der europäischen Abschottung nicht detailliert kommentieren, so der Präses, aber er wolle sie zum Anlass nehmen, „noch einmal einige Maßstäbe und Werte zu benennen, die wir als Christinnen und Christen unabhängig von Trends, Umfrageergebnissen und Mehrheitsmeinungen in die aktuelle Debatte um die Flüchtlingspolitik einzubringen haben“.

Verpflichtung für alle Menschen, die auf der Flucht sind oder Asyl suchen

„Weil für Christenmenschen gilt, was in Philipper 2,4 so formuliert ist: ,Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen’, wird die Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland weiterhin beharrlich an die Verantwortung und Verpflichtung für alle Menschen, die aus welchen Gründen auch immer auf der Flucht sind oder Asyl suchen, erinnern“, stellt der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche im Rheinland fest: „Lösungen, die alleine dem nationalstaatlichen Interesse dienen oder die die Probleme auf andere Länder abschieben und das Schicksal vieler anderer notleidender, verfolgter und hungernder Menschen ausblenden oder unberücksichtigt lassen, wird die Kirchenleitung niemals akzeptieren können. Zur unaufgebbaren Verantwortung der Völkergemeinschaft, zum politischen Dauerauftrag der Regierungen gehört auch, dass alle verfügbaren Möglichkeiten und Mittel genutzt werden, um Fluchtursachen wirksam und nachhaltig zu bekämpfen.“

Die Wahrung der Menschenrechte gelte für alle Flüchtlinge, die Europa erreichen. „Sie gilt auch für die Flüchtlinge, die bereits mitten in Europa unter menschenunwürdigen Verhältnissen – etwa an der mazedonisch-griechischen Grenze – leben. Sie gelten gleichermaßen für Syrer und für Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern. Eine tragfähige europäische Lösung im Umgang mit dem Weltproblem Flucht muss einen substanziellen und nachhaltigen Beitrag leisten, der der Leistungsfähigkeit Europas und den uns verbindenden Werten tatsächlich entspricht.“

Die an verschiedenen Stellen, u. a. auch an den Vorbehalten gegenüber Flüchtlingen und ihrer fremden Kultur und Religion deutlich erkennbar werdende Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts fordere alle heraus, so Manfred Rekowski: „Fraglos müssen alle Kräfte guten Willens in Politik, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft weiterhin und verstärkt einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen, die nach Deutschland kommen, möglichst rasch Fuß fassen, die Spielregeln unserer Gesellschaft lernen und sich hier einbringen. Wir sind dankbar, dass insbesondere Industrie, Wirtschaft und Handwerk immer wieder auch auf die Chancen, die in der Aufnahme von Flüchtlingen für unsere Gesellschaft liegen, hinweisen.“

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 23.03.2016



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