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Kabarett

Kölsche Lieder und Luthers Theologie

Mit einem interreligiösen Lutherprogramm lädt „Klüngelbeutel“ zu einer kabarettistischen Achterbahnfahrt ein. Das Kölner Kirchenkabarett feiert in diesem Jahr das 25. Jubiläum und präsentiert dazu passend zur Domstadt das elfte Programm.

„Djihad in Wittenberg“ ist das aktuelle Programm überschrieben, dessen Vorverkauf am kommenden Montag beginnt und mit Terminen in der Katholischen Hochschulgemeinde in Köln-Sülz am Samstag, 19. September, startet. „Klüngelbeutel“ verspricht „Kabarett auf der Grenzlinie von ernst und lustig, fromm und frech“. Es geht um Fragen wie: „Braucht der Islam einen Martin Luther? Oder ist es umgekehrt? Zu welchem Arzt muss man gehen, wenn man an akutem Protestantismus erkrankt ist? Und wie heilig kann der Wittenberger Reformator eigentlich noch werden?“.

Burka-Frau und Kölner Kardinal

Wundern soll sich das Publikum bei den Aufführungen über nichts: nicht über die Burka-Frau und nicht über Kardinal Woelkis plötzliche Liebe zu Martin Luther, nicht über Mario Draghi, der auf einmal evangelisch werden wolle, und nicht über den Salafisten mit dem Koffer, nicht über das Karnevals-Duo, das mit kölschen Liedern die zentralen Inhalte von Luthers Reformationstheologie erkläre, und schon gar nicht darüber, dass dann auch noch dauernd der Reformator persönlich erscheine.

Kabarettist und Pfarrer Wolfram Behmenburg war schon bei der ersten Aufführung unter dem Titel „Aus Gottes Villen“ 1990 beim Kölner Stadtkirchentag aktiv. „Das war drei Wochen vor der offiziellen Wiedervereinigung“, erinnert er sich. Das Deutschland-Gefühl sei damals auf dem Höhepunkt gewesen und der Protestantismus die stärkste Religionsgemeinschaft im Land. Das Bild der Kirche im Osten zu Zeiten der DDR vermittelte zudem Lebendigkeit und politische Wirksamkeit.

Heute sei der Protestantismus im „Dauerkrisenmodus“, so Behmenburg. In der Gesellschaft nehme der Islam die „absolut zentrale Rolle“ ein, wenn es um das Thema Religion gehe. Der Islam gelte als lebendig und kraftvoll und zugleich habe man Angst davor.

Kein Programm nur für „Insider“

Die eigene Entwicklung und die gesellschaftlichen Veränderungen spiegeln sich auch bei „Klüngelbeutel“ wider. Inzwischen hat das Kirchenkabarett mehr als 800 Bühnenauftritte absolviert, unter anderem bei Evangelischen Kirchentagen und Katholikentagen. Im Wettbewerb um die „Honnefer Zündkerze“ wurden sie 2008 mit dem ersten deutschen Kirchenkabarettpreis ausgezeichnet.

„Wir hatten am Anfang eher einen Binnenblick auf die Kirche“ sagt Kabarettist Behmenburg. Das Programm habe sich aber immer nicht nur an „Insider“, sondern an das ganze Kirchenvolk gewandt. Heute wolle man alle die erreichen, die überhaupt an der Religion interessiert seien.

Zum Ensemble gehören aktuell auf der Bühne Ulrike und Wolfram Behmenburg sowie am Klavier Walter Kunz. Doris Kunz ist hinter der Bühne aktiv und der Schauspieler und Regisseur Joschi Vogel hat das Programm inszeniert. Vogel kam über die Stunksitzung und die Prot‘s-Sitzung des Kölner Karnevals zu „Klüngelbeutel“.

Informationen zum Vorverkauf und den Terminen in Köln, Remscheid und Overath gibt es auf der Webseite der Kirchenkabarettisten.

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ekir.de / rtm / Foto: Klüngelbeutel / 07.08.2015



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