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Meldung vom 12.12.02

Massive Kritik vor Eröffnung von Bonner Riefenstahl-Ausstellung

Eine Bonner Ausstellung über die ehemalige NS-Regisseurin Leni Riefenstahl sorgt bei den Roma sowie kritischen Intellektuellen für Unmut.

In einem am Donnerstag in Köln verbreiteten Offenen Brief an Kulturstaatsministerin Christina Weiss kritisieren sie vor allem, dass die Eröffnungsrede am Abend von Hilmar Hoffman gehalten werden sollte. Hoffmann betreibe offensiv eine "Neubewertung" der Riefenstahl, die in der NS-Zeit mehrere Propagandafilme gestaltete.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören neben dem Kölner Rom e.V. unter anderen die Schriftsteller Ralph Giordano und Günter Wallraff. Sie rügten, das dem Bundeskanzleramt direkt unterstellte Haus der Geschichte in Bonn stelle sich "wissentlich als Forum zur Verfügung, um die politische Rehabilitation der Riefenstahl einzuleiten". Hoffmann, ehemaliger Leiter des Goethe-Instituts, preise Riefenstahl als "cineastisches Genie", das von den Nazis lediglich missbraucht worden sei.

Angeprangert werden auch "Geheimverträge" zwischen der Regisseurin und der bundeseigenen "Transit"-Film. Demnach soll Riefenstahl noch heute 70 Prozent der Erlöse aus der Verwertung der mittlerweile bundeseigenen NS-Filme erhalten. Die Verträge erlaubten Riefenstahl auch inhaltliche Vorgaben an Verwerter des Films.

Die 1902 geborene Riefenstahl wurde 1949 im Entnazifizierungsverfahren als "Mitläuferin" eingestuft. In zahlreichen Prozessen verwahrte sie sich gegen Verleumdungen und Kritik an ihrer Rolle im Dritten Reich und stellt sich heute als unpolitische Künstlerin dar.

Bekannt wurde sie unter anderem durch den Film "Triumph des Willens" über den Nürnberger NSDAP-Parteitag 1934 und den zweiteiligen Film "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" über die Olympischen Spiele von 1936. Für den Film "Tiefland" zwangsrekrutierte sie Sinti und Roma aus Konzentrationslagern als Komparsen.

Die Bonner Ausstellung zeigt bis zum 2. März rund 300 Exponate wie Fotos, Filme, Urkunden und Briefe, darunter auch Telegramme an Hitler. Nach Worten von Sprecher Peter Hoffmann will die Ausstellung das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Leistung und politischer Verflechtung mit dem Nationalsozialismus deutlich machen. (12.12.02)

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 13. Dezember 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 16. Dezember 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Köln (epd) /



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