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Meldung vom 30.12.02

Witwe des "Predigers von Buchenwald" 98-jährig gestorben

Kurz vor ihrem 99. Geburtstag ist am vergangenen Freitag Margarete Schneider, die Witwe des "Predigers von Buchenwald", in einem Pflegeheim bei Liederbach in der Nähe von Frankfurt am Main gestorben.

epd-bild / Nicola O`Sullivan epd-bild / Nicola O`Sullivan

Die Evangelische Kirche im Rheinland würdigte sie am Montag in Düsseldorf für ihre Verdienste um die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte. Margarete Schneider wird am kommenden Samstag (4. Januar) in Dickenschied im Hunsrück beigesetzt. An der Trauerfeier nimmt den Angaben zufolge der rheinische Präses Manfred Kock teil.

Der 1897 geborene Theologe Paul Schneider war Pfarrer der Bekennenden Kirche im Rheinland und kam wegen seines offenen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ins Konzentrationslager Buchenwald, wo er 1939 eines gewaltsamen Todes starb. Seine Frau wurde später in Anerkennung ihres Lebens als Gegnerin des Nationalsozialismus und für ihr kirchliches Engagement mehrfach ausgezeichnet.

In ihrem 1953 erstmals erschienenen Buch "Der Prediger von Buchenwald" schilderte Margarete Schneider den Lebensweg ihres Mannes. Nach Angaben der Paul-Schneider-Gesellschaft in Weimar war die Biografie auch in zwölf Lizenzauflagen mit insgesamt 84.000 Exemplaren in der DDR erschienen.

Der Pfarrer hatte bereits 1933 begonnen, Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten, weshalb er auch strafversetzt wurde. Im Konzentrationslager Buchenwald war er bis zu seinem Tod im Juli 1939 über ein Jahr den sadistischen Schikanen eines SS-Mannes ausgesetzt, unter anderem weil er selbst noch aus dem Fenster seiner Einzelzelle heraus predigte.

Nach 1945 lebte Margarete Schneider zwanzig Jahre in Tübingen, wo sie die kirchliche Frauenarbeit aufbaute. Zudem berichtete sie in zahllosen Veranstaltungen als Zeitzeugin über die Arbeit ihres Mannes im Widerstand. Für ihr Engagement verlieh ihr die Evangelische Landeskirche in Württemberg die Johannes-Brenz-Medaille.

Darüber hinaus war Margarete Schneider im Jahr 2000 für ihre Verdienste um Recht, Demokratie, Gemeinsinn und Brüderlichkeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Überdies war sie Ehrenbürgerin der Gemeinde Dickenschied.

Schneider wurde 1904 als jüngstes von zehn Kindern des württembergischen Pfarrerehepaares Karl und Marie Dieterich geboren. Ihren Mann lernte sie als 16-Jährige im elterlichen Pfarrhaus kennen. Mit ihm war sie 13 Jahre verheiratet. Das Paar hatte sechs Kinder. (30.12.02)

 

Das Foto "Schneider ist bei epd-bild telefonisch unter 069/58098-197 abrufbar

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 30. Dezember 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 30. Dezember 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Düsseldorf (epd) /



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