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Jahresstatistik 2006 spiegelt rheinisches Gemeindeleben in Zahlen wider

Trend zur späteren Taufe und mehr Gottesdienstbesucher an Heiligabend

Pressemitteilung Nr. 190 / 2007

Das kirchliche Leben in den Gemeinden spiegelt sich in den Ergebnissen der Jahresstatistik 2006 wider. Der Statistische Dienst im Landeskirchenamt hat nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Gemeindemitgliederzahl – sinkend

Ende 2006 zählte die Evangelische Kirche im Rheinland 2,92 Millionen Gemeindemitglieder, das entspricht in ihrem Kirchengebiet zwischen Emmerich und Saarbrücken einem Bevölkerungsanteil von 23,7 Prozent. Davon leben mit rund 2,28 Millionen 78,3 Prozent im nordrhein-westfälischen Teil der Landeskirche. Der Anteil der Katholiken beträgt mit 5,75 Millionen 46,5 Prozent der Bevölkerung in diesem Gebiet.

Kircheneintritte/Aufnahmen – steigend

In die Kirche eingetreten sind im vergangenen Jahr insgesamt 7.409 Personen, 14 Prozent mehr als vor zehn Jahren (6.499 Personen) bzw. 43 Prozent mehr als 1985 (5.187 Personen). Bei den Eintritten handelt es sich vor allem um Wiederaufnahmen von ehemaligen ausgetretenen Gemeindegliedern (3.185 = 43 % sämtlicher Aufnahmen) und um 2.207 durch Taufe aufgenommene Jugendliche und Erwachsene, da sie zuvor keiner Kirche angehörten (30 %). Aus der katholischen oder einer anderen christlichen Kirche traten insgesamt 2.017 Personen über (27 %).

Kirchenaustritte – rückläufig

Mit 13.630 verminderte sich die Zahl der Kirchenaustritte 2006 nochmals, und zwar um fast 4 Prozent, nachdem bereits seit 2004 Rückgänge festgestellt wurden. Damit wurde die seit 1980 geringste Anzahl an Austritten in den Gemeinden gezählt. In den Jahren von 1990 bis 2003 traten durchschnittlich 25.000 Personen pro Jahr aus. Zu den Austritten zählen auch die Übertritte zur katholischen Kirche oder zu anderen Konfessionen. Bei den ausgetretenen Gemeindemitgliedern sind Männer (52 %) und Frauen (48 %) fast zu gleichen Teilen vertreten.

Mitgliedschaftsentwicklung – relativ

Die gesamte Gemeindemitgliederzahl verminderte sich 2006 um 0,6 Prozent. Dieser Rückgang von 17.003 Personen erklärt sich nur zum geringeren Teil durch Austritte, die nur noch um 6.221 höher waren als die Eintritte. Wesentlich größeren Anteil hat die allgemeine Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Der Rückgang wird in erster Linie durch die größere Zahl der Verstorbenen gegenüber den getauften Kindern (-19.200 im Jahr 2006) verursacht sowie durch die Relation von Ein- und Austritten (- 6.221 bzw. bzw. 1:1,8). Vor 2003 lag das Verhältnis zwischen 1:3 und 1:5. Weiterhin gab es 8.500 mehr Evangelische, die in das Rheinland zugezogen sind als von hier fortgezogen sind.

Taufen – später

Im vergangenen Jahr wurden in den Kirchengemeinden 20.163 Kinder (- 8 %) und 2.207 Erwachsene (+ 5 %) getauft. Der Rückgang der Taufen folgt den ebenfalls kleiner werdenden Zahlen der Geburten. Von den getauften Kindern stammen 7.176 (36 %) aus evangelischen und 6.568 (33 %) aus evangelisch/katholischen Elternhäusern. Von den Kindern waren 7.807 bzw. 39 Prozent bei ihrer Taufe älter als ein Jahr (2005: 32 %), von diesen älteren Kindern wurden 1.015 erst im zeitlichen Zusammenhang mit dem Konfirmandenunterricht bzw. im Konfirmationsgottesdienst getauft. Die Verschiebung des Taufalters vom ersten Lebensjahr des Kindes auf einen späteren Zeitpunkt ist eine bereits seit längerem zu beobachtende Tendenz. Im Jahre 1990 wurden von 100 nur 16 Kinder erst nach dem ersten Geburtstag getauft.

Konfirmationen – stabil

Im Jahr 2006 wurden 28.881 Jungen und Mädchen konfirmiert bzw. im Konfirmationsgottesdienst getauft. Dies waren mehr als 90 Prozent der im Jahr 1992 getauften Kinder (31.622). Auch hier ist trotz eines leichten Rückganges in den letzten Jahren eine gewisse Stabilität im Verhalten der evangelischen Bevölkerung zur Kirche zu beobachten.

Trauungen – weniger

Eine kirchliche Trauung begehrten im vergangenen Jahr 5.461 Paare (2005: 5.799 Paare). Damit ging die Zahl der kirchlichen Trauungen weiter zurück (- 5,8 %). Trauungen zwischen evangelischen und katholischen Christinnen und Christen waren mit 2.130 Paaren (39 %) fast ebenso häufig wie Trauungen zwischen evangelischen Gemeindegliedern mit 2.333 Paaren (43 %).

Bestattungen – abgenommen

Insgesamt 34.586 Verstorbene wurden 2006 kirchlich bestattet, darunter 33.013 Evangelische bzw. 1,1 Prozent der Gemeindemitglieder. Das waren rund 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Gottesdienste – an Feiertagen deutlich steigend

Der Gottesdienstbesuch verlagert sich von den normalen Sonntagsgottesdiensten zu den Feiertagsgottesdiensten. An den sonntäglichen Gemeindegottesdiensten nahmen im Jahresdurchschnitt 89.700 bzw. 3,1 Prozent aller Gemeindeglieder teil (2005: 2,9 %), deren Zusammensetzung jedoch von Sonntag zu Sonntag wechselt. Die Zahl der Gemeindemitglieder, die regelmäßig oder gelegentlich Gottesdienste besuchen, ist somit erheblich höher. Aus den Zählungen der Kirchengemeinden geht weiter hervor, dass am Heiligen Abend der Kirchenbesuch weiter gestiegen ist: An diesem Feiertag besuchten 820.400 Gemeindemitglieder (27,9 %) die Familiengottesdienste, Christvespern und Metten. Der Kirchgang ist für viele Menschen traditionell fester Bestandteil des Heiligen Abends. Im Jahr 1975 wurde ein geringere Teilnahme (630.000 bzw. 17 %) gezählt als heutzutage.

Nach den Zählungen in den Gemeinden wurden die Gemeindegottesdienste anlässlich des Erntedankfestes mit 153.000 bzw. 5,2 Prozent ebenso wie am 1. Adventssonntag mit 112.000 Personen bzw. 3,8 Prozent etwas stärker besucht als an normalen Sonntagen. Generell liegen die Besucherzahlen in ländlichen Gebieten mit traditionellem Kirchgang und wenigen Kirchenaustritten mit 4,0 Prozent nennenswert höher als in den zahlreichen städtischen Gemeinden mit 2,8 Prozent.

Der Besuch der Kindergottesdienste ist mit 18.400 Kindern bzw. 8,0 Prozent – auf die Zahl der Kinder entsprechenden Alters bezogen – erheblich besser als der Besuch der Gottesdienste für "Erwachsene". Diese höhere Anzahl der Teilnahme geht teilweise einher mit einer geringer werdenden Anzahl gehaltener Kindergottesdienste.

Von den rheinischen Kirchengemeinden wurden außerdem 1.444 Kinderkirchentage, Kinderbibeltage oder -wochen gemeldet, an denen insgesamt 52.400 Kinder teilnahmen.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 4. Dezember 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 4. Dezember 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Düsseldorf / EKiR-PRessestelle /



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