Pressearchiv
  • Pressearchiv 2017
    mehr
  • Pressearchiv 2016
    mehr
  • Pressearchiv 2015
    mehr
  • Pressearchiv 2014
    mehr
  • Pressearchiv 2013
    mehr
  • Pressearchiv 2012
    mehr
  • Pressearchiv 2011
    mehr
  • Pressearchiv 2010
    mehr
  • Pressearchiv 2009
    mehr
  • Pressearchiv 2008
    mehr
  • Pressearchiv 2007
    mehr
  • Pressearchiv 2006
    mehr
  • Pressearchiv 2005
    mehr
  • Pressearchiv 2004
    mehr
  • Pressearchiv 2003
    mehr
  • Pressearchiv 2002
    mehr
  • Pressearchiv 2001
    mehr
  • Pressearchiv 2000
    mehr

Pressekontakt

Pressestelle
Hans-Böckler-Straße 7
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 4562-373
Fax: 0211 - 4562-490
Mail pressestelle@ekir.de

> weitere Informationen

Peter-Beier-Preis für Monika Hauser:

Kämpferin für die Würde der Überlebenden

Düsseldorf - "Sie hätte als Frauenärztin eine erfüllte Ärztinnenkarriere haben können. Stattdessen ist sie Kämpferin für die traumatisierten Frauen" - mit diesen Worten beschrieb Präses Manfred Kock den besonderen persönlichen Einsatz von Dr. Monika Hauser in den Krisengebieten Bosnien und dem Kosovo. 1993 hat sie das erste Therapiezentrum für vergewaltigte und traumatisierte Frauen in Bosnien gegründet. Bis heute folgten weitere Zentren in Bosnien, im Kosovo und in Albanien. Dr. Monika Hauser erhielt heute ebenfalls den Peter-Beier-Preis 2000, mit 10 000 Mark dotiert.

Präses Kock hob als besonderes Verdienst hervor, dass Dr. Hauser sexuelle Gewalt gegen Frauen als Kriegsstrategie öffentlich gemacht habe. "Auch im Gefolge von sogenannten Militäraktionen bleibt sexuelle Ausbeutung von Mädchen – vor allem auch von Minderjährigen – eine Erscheinung, mit der jetzt auch die Bundeswehr konfrontiert ist, wenn die jüngsten Meldungen aus Mazedonien stimmen", sagte Kock. Er betonte die Notwendigkeit der Parteilichkeit für vergewaltigte und misshandelte Frauen – "gegen Männer, die quälen und vergewaltigen und sich damit an planvoller und perfider Entwürdigung als militärische Strategie beteiligen."

Bei ihrer Arbeit bezieht Dr. Hauser die einheimischen Ärztinnen, Psychologinnen und Krankenschwestern in die Zusammenarbeit ein. Die betroffenen Frauen bezeichnet sie nicht als "Opfer", sondern als "Überlebende". Kock unterstrich die Bedeutung dieses Prinzips der Zusammenarbeit mit den Frauen vor Ort: "Es sind Frauen, die gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie zu stärken und ihnen bei der Bewältigung des Lebens zu helfen, ist die angemessene Weise der Hilfe."

Er verwies auf die Dekade zur Überwindung von Gewalt, die der Weltrat der Kirchen im kommenden Jahr ausrufen wird und rief dazu auf, Gewalt öffentlich zu ächten. Es gehe darum Verantwortliche zu benennen. Gewalt sei kein Naturereignis, sondern es stehe dahinter der Wille zur Macht und das Ziel der Unterwerfung. Dr. Hauser habe eine verschwiegene Seite der Gewalt offen gelegt, die sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Krieg. "Aber auch im scheinbaren Frieden werden die Grundlagen gelegt für bestialische Vergehen. Wir haben daran zu arbeiten, in allen Bereichen unseres Dienstes", so der Präses. Er wünschte Dr. Hauser und den Frauen, mit denen sie zusammenarbeitet, Gottes Segen, viel Kraft und unbeirrbaren Mut.

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 25. März 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 25. März 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

19.12.2000



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.