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Rheinischer Ehrenamtspreis heute an drei Projekte vergeben

Präses Schneider: „Vielfältiges Engagement, das Kirche reicher macht“

Pressemitteilung Nr. 205/2009

Achtung, Sperrfrist: Morgen, Samstag, 5. Dezember 2009, 16 Uhr!

Drei Projekte sind am heutigen Samstag (5. Dezember 2009, vgl. Sperrfrist!) mit dem Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgezeichnet worden. In Düsseldorf übergab Präses Nikolaus Schneider am Nachmittag die Urkunden des mit je 1.000 Euro dotierten Preises an die Mitarbeitenden der Begegnungsstätte auf dem Friedhof Reuschenberg (Kirchenkreis Leverkusen), an die Ökumenische Arbeitsloseninitiative Vallendar (Kirchenkreis Koblenz) und die Jugendlichen vom Jugendtelefon Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen (Kirchenkreis Gladbach-Neuss). Mehr als 100 Projekte waren aus den rheinischen Gemeinden und Kirchenkreisen für die von der Kirchenleitung zum zweiten Mal ausgelobte Auszeichnung vorgeschlagen worden.

Ohne das heute ausgezeichnete Engagement der Ehrenamtlichen wäre die Kirche ärmer und weniger bunt, unterstrich der Präses in seiner Ansprache in Düsseldorf: „Keine Jugendlichen, die mit Jugendlichen telefonieren und Probleme lösen helfen – eine Heilungsmöglichkeit weniger für Lebensangst und Verzweiflung. Keine älteren Damen und Herren, die sich um Jugendliche kümmern, damit diese die Schule und Bewerbungen um Ausbildungsplätze schaffen – eine Brücke weniger zwischen den Generationen. Kein Kirchenpavillon auf dem Friedhof – eine Anlaufstelle weniger für Trauernde. Also: Herzlichen Dank und große Anerkennung für ein Engagement, das unsere Kirche reicher macht.“

Die drei ausgezeichneten Projekte:

• Begegnungsstätte auf dem Friedhof Reuschenberg (Kirchenkreis Leverkusen): Ein Team von 15 bis 20 Frauen bietet zweimal wöchentlich offene Gesprächsmöglichkeiten für die Besucherinnen und Besucher des örtlichen Friedhofs. Dafür wird ein großer Holzpavillon von der Landesgartenschau in Leverkusen genutzt, der nach Ende der Gartenschau nach Reuschenberg verlegt worden ist. Das niederschwellige Angebot hat auch Selbsthilfecharakter. Das Projekt unterstützt Seelsorge, indem es das allgemeine Priestertum aller Glaubenden/Getauften ernst nimmt und einsetzt, und es fördert Selbstheilung und Heilung – darin wird zugleich deutlich, dass Friedhöfe Orte des Lebens sind.

• Ökumenische Arbeitsloseninitiative Vallendar (Kirchenkreis Koblenz):
15 bis 20 meist ältere ehrenamtlich arbeitende Frauen und Männer begleiten seit etwa 20 Jahren Schülerinnen und Schüler. Sie leisten weniger Hausaufgabenhilfe als vielmehr eine umfassende Einzelarbeit, bei der es oft auch darum geht, in bestimmten Fächern Blockaden aufzulösen, die den Schulerfolg verhindern. Auch Bewerbungstrainings stehen auf dem Programm. Die Begleitung der Jugendlichen findet in Zusammenarbeit mit der örtlichen Hauptschule statt. Das Projekt fördert die Selbstbestimmung der Ehrenamtlichen wie auch der Jugendlichen, arbeitet im Vergleich mit vielen traditionellen Hausaufgabenhilfen innovativ und verlangt den Ehrenamtlichen viel Kreativität ab. Es ist zukunftsweisendes sozialdiakonisches Projekt, das an die Kirchengemeinde angebunden ist. Dass dieses Projekt die Generationen intensiv verbindet, die Grenzen von Milieus überschreitet und damit integrativ ist, überzeugte die Jury besonders.

• Jugendtelefon Krefeld-Mönchengladbach-Rheydt-Viersen (Kirchenkreis Gladbach-Neuss): In Anbindung an die ökumenische Telefonseelsorge Krefeld beraten Jugendliche andere Jugendliche am Telefon. In der Regel geht es dabei um Beziehungsfragen, Probleme mit den Eltern oder in der Schule und auch Mobbing. Gelegentlich rufen auch Eltern an. Das Team aus Jungen und Mädchen arbeitet mit hoher Verbindlichkeit und in langfristiger Bindung an das Projekt, das seit etwa zehn Jahren besteht. Die Jugendlichen identifizieren sich stark mit ihrer Tätigkeit und dem Team. Das Mindestalter für die Mitarbeit liegt bei 15 Jahren; Voraussetzung sind außerdem eine einjährige Ausbildung und die Bereitschaft zu Fortbildung und Supervision, die beide Grundbestandteil der Arbeit sind.

Der Ehrenamtspreis

Etwa 116.000 Frauen und Männer sind in der rheinischen Kirche ehrenamtlich tätig. Mit dem Preis, der im Jahr 2007 erstmals vergeben wurde, sollen bewährte Formen ehrenamtlicher Arbeit, besonders aber neuartige ehrenamtlich getragene Projekte in den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge/Beratung, sozialdiakonische Arbeit, Kultur- und Bildungsarbeit, Zielgruppenarbeit, allgemeine Gemeindearbeit und Gemeindeleitung öffentlich vorgestellt und weiter gefördert werden. In der Ausschreibung des Ehrenamtspreises heißt es weiter: „Die Projekte sollen innovativ, kreativ, integrativ und Selbstbestimmung fördernd arbeiten. Sie sollen Menschen darin bestärken, für sich selbst und in Kirche und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen zur Vermittlung und Stärkung des Glaubens beitragen und geeignet sein, Menschen zur Identifikation mit ihrer Kirche einzuladen.“ Der Ehrenamtspreis wird alle zwei Jahre vergeben.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 4. Dezember 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 4. Dezember 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Düsseldorf / EKiR-Pressetelle / 04.12.2009



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