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Jute-Tasche Der Energieeinsatz für Jutetaschen im Vergleich zu Plastiktüten wird heute anders beurteilt als in den 70er Jahren. Doch beim biologischen Abbau ist Jute eindeutig im Vorteil.

40 Jahre Jutetasche

Die Gute aus Jute

Das Fairhandels-Unternehmen Gepa hat die legendäre Jutetasche gewürdigt. Vor 40 Jahren kam die von Frauen in Bangladesh gefertigte Tasche auf den deutschen Markt. Die Tasche aus einem nachwachsenden Naturprodukt sei als Zeichen für einen umweltfreundlichen Lebensstil eingeführt worden, erklärte die Gepa (Wuppertal).

Zudem habe sie Frauen in einem kolonialgeschichtlich belasteten Land zu einem Einkommen verhelfen sollen. Ende der 1970er Jahre habe die Jutetasche zur Entstehung des geflügelten Worts "Jute statt Plastik" beigetragen.

Noch heute werde die grobfaserige Henkeltasche von der Frauenorganisation "Corr - The Jute Works" in Bangladesch genäht, hieß es. Näherinnen arbeiteten per Hand oder mit einfachen Maschinen. Von dieser Organisation beziehe Gepa auch handgeflochtene Jutekörbe sowie Baumwoll-Einkaufsnetze.

Vergleich mit der Plastiktüte

Bereits Ende der 70er Jahre habe die Gepa Informationen zur Energiebilanz der Tasche herausgebracht, erklärte das Fairhandelsunternehmen, deren Gesellschafter unter anderem Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und das katholische Hilfswerk Misereor sind. Nach der damaligen Berechnung brauchte man für die Herstellung einer Plastiktüte viermal mehr Energie als für einen Jutesack.

Heute falle die Bilanz bezüglich der Herstellung kritischer aus, da noch weitere Kriterien berücksichtigt würden. Deshalb müssten nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe Mehrwegtaschen aus Baumwolle oder Jute mindestens 25 bis 32 Mal wiederverwertet werden, um im Vergleich mit einer Plastiktüte besser abzuschneiden, so die Gepa.

Jahr für Jahr Millionen Tonnen Plastikmüll

Mit Blick auf die biologischen Abbau-Eigenschaften seien die Baumwoll- oder Jutetaschen allerdings eindeutig von Vorteil und lägen weiter im Trend, erklärt die Gepa. Millionen Tonnen Plastikmüll landeten jährlich im Meer. Laut Angaben des Umweltbundesamtes dauert es zehn bis zwanzig Jahre, bis sich eine Plastiktüte im Meer zersetzt hat.

Seit dem 1. Juli 2016 sind Plastiktüten nach einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und dem Verband des Einzelhandels in vielen Geschäften kostenpflichtig. Die Europäische Union fordere, den Verbrauch von Plastiktüten bis 2025 auf 40 Stück pro Kopf und Jahr zu reduzieren.

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ekir.de / epd-west / Foto: Gepa / 06.04.2018



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