Innenministerkonferenz am 8./9. Dezember

Kirche hofft auf Fortschritte in der Integrationspolitik

Die langjährigen Forderungen der Kirchen nach besserer Integration und Partizipation von Ausländerinnen und Ausländern sieht Jörn-Erik Gutheil, Ausländerdezernent der rheinischen Kirche, in den Koalitionsvereinbarungen der neuen Bundesregierung bestätigt

Die rheinische Kirche setzt sich für Ausländerinnen und Ausländer ein.  Die rheinische Kirche setzt sich für Ausländerinnen und Ausländer ein.

Die Kirche begrüße es sehr, dass der neue Innenminister, Wolfgang Schäuble (CDU), das Thema Integration zu einem "Hauptthema der Innen- und Rechtspolitik machen will“, so Gutheil. Schäuble greife Forderungen nach Integration als gleichberechtigte Teilhabe auf, wie sie von den Kirchen im Vorfeld des Zuwanderungsgesetzes nachdrücklich gestellt wurden, sagte der Theologe mit Blick auf die Broschüre „Integration braucht ein Konzept“, die die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) im Juli 2002 veröffentlicht hat.

Gutheil forderte erneut eine „Altfallregelung“, um die mehr als 200.000 „Geduldeten“ in Deutschland in einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu überführen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die EKiR hätten dazu Eckdaten aufgestellt:

  • „Geduldete“ brauchten eine Ermessensduldung für sechs Monate, um in dieser Zeit den Nachweis einer Beschäftigung zu erbringen.
  • Sie müssten Integrationsleistungen wie Schulbesuch, Ausbildungsstatus und Sprachkenntnisse in Deutsch vorweisen.
  • Sonderregelungen für Alleinerziehende und Alte, deren Familien in Deutschland leben, seien notwendig.
  • Es dürften keine Familientrennungen bei volljährig gewordenen Jugendlichen durchgeführt werden, wenn Integrationsleistungen nachgewiesen werden können.

Gutheil begrüßte ausdrücklich die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, das Thema Integration auf der Innenministerkonferenz am 8./9. Dezember voran zu bringen. „Allerdings ist die Erwartung, eine zweijährige versicherungspflichtige Beschäftigung nachweisen zu können, in der heutigen wirtschaftlichen Situation unrealistisch“, so der Ausländerdezernent.

 

 

 

 

es / 06.12.2005

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 2. Dezember 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 6. Dezember 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.