Grosseltern (2)

Wie Oma und Opa ein Christkindchen erwarten

Martina und Eberhard Sander warten nicht wie immer auf Weihnachten. Nein. In diesem Jahr erwarten sie den Heiligen Abend mit ganz besonderer Spannung. Denn genau für den 24. Dezember ist die Geburt ihres dritten Enkelkinds angekündigt.

Immer Enkelkinder gewünscht: Eberhard Sander mit Enkel beim Schläfchen. Immer Enkelkinder gewünscht: Eberhard Sander mit Enkel beim Schläfchen.

Aus Erfahrung wissen die Sanders, dass Babys sich in den seltensten Fällen an irgendeinen Termin halten. Aber schön wäre es doch, wenn das erwartete Enkelkind ein „Christkindchen“ würde. Zumal es in Engelskirchen zur Welt kommen soll, dem Wohnort der Familie.

Aber egal, wann und wo das Kind das Licht der Welt erblickt: Es ist hoch willkommen und wird mit Freude erwartet. „Enkelkinder haben – das ist Glück pur“, schwärmt Eberhard Sander Zwei Mal hat er dieses Glück schon erlebt:  Im November 2003 kam Mia und zehn Monate später Cedric zur Welt.

„Ich habe mir immer Enkelkinder gewünscht“, sagt Eberhard Sander. Er erinnert sich an seine eigene, nicht immer leichte Kindheit. Lange war der Opa die wichtigste Bezugsperson. „Ich habe mir vorgenommen, an die Enkelkinder weiterzugeben, was ich damals Gutes erfahren habe.“ Und freut sich schon darauf, wenn sie noch ein bisschen älter sind . Im Garten zelten will er dann mit ihnen, womöglich einen Drachen bauen, ein Lagerfeuer machen und zur Not wohl auch Vokabeln abhören.

Aus vollem Herzen willkommen
 
Auch Martina Sander, die mit ihrer flotten Kurzhaarfrisur so gar nicht nach Oma aussieht, genießt den Enkelkindersegen. Als sie selbst sehr früh ungeplant Mutter wurde und eine Ehe einging, die zerbrach, war „alles nur schwierig“. Anders als ihre Eltern damals  kann sie ihre Enkelkinder heute aus vollem Herzen willkommen heißen.

Mit 47 ist sie nur wenig älter, als manche Last-minute-Mutter, die mit Anfang Vierzig ihr erstes Kind bekommt. Peinlich, dass sie schon Oma ist? Nö, findet sie. „Ist doch toll, dass ich so fit bin.“ Sie genießt es, heute einfach alles stehen und liegen zulassen, wenn die Kleinen kommen. „Aufräumen kann ich immer noch.“

Fleischwurstbrot am Nachmittag

Überhaupt: „Enkel sind zum Genießen da - und ein bisschen zum Verwöhnen.“ Da sind sich Martina und Eberhard Sander einig. Wobei sie die Richtlinien der Eltern von Mia und Cedric in Sachen Erziehung durchaus respektieren. So darf Mia auch bei den Großeltern nicht die CDs aus dem Regal räumen . „Nein“ heißt nein – genau wie Zuhause. Aber ein Fleischwurstbrot mitten am Nachmittag, Zeit zum Stehenbleiben bei allem, was interessant ist, und eine Zusatzrunde Toben und Kuscheln – das gibt es eben nur bei den Großeltern.

Bis zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung vor neun Jahren war der Beruf für Eberhard Sander Dreh- und Angelpunkt seines Lebens. Dann musste er in Frührente und wagte kaum zu hoffen, Enkelkinder aufwachsen zu sehen. Seitdem hat er für sich neu gewichtet, was für ihn wirklich wichtig ist im Leben. Jetzt findet er: Was wirklich zählt, sind gute Beziehungen. Und die Erfahrung: Es gibt ein Glück, das jenseits von Erfolg, Konsum und Arbeit liegt.

"Heute habe ich Zeit“

Zum Beispiel das Glück, die Enkelkinder ein Stück ins Leben zu begleiten. Staunend und begeistert erlebt Eberhard Sander mit, wie Mia und Cedric die Welt entdecken und ihren Platz darin finden. Fast sieht es so aus. als könne er als Großvater nachholen, was er in der Zeit, als die eigenen Kinder klein waren, berufsbedingt versäumt hat. „Als die Kinder klein waren, da ging ich morgens ins Büro und kam abends spät wieder, wenn sie schon im Bett waren. Heute habe ich Zeit.“

Bis zum Beginn der Elternzeit ist jeden Mittwoch Großeltern-Tag. Mutter Mona arbeitet dann in ihrem Beruf als Augenoptikerin und weiß Töchterchen Mia bei ihren Eltern bestens aufgehoben. Cedric kommt dann oft dazu. Die Familie wohnt in der Einliegerwohnung des großelterlichen Hauses. Bilderbücher stehen genauso hoch im Kurs wie Bauklötze, Singen und Spazierengehen.

Das Maß begrenzen

Bei aller Liebe zu den Enkelkindern sagt Martina Sander: „Zwei Kinder ganztägig zu betreuen, das wird uns zuviel.“ Auch das ist wohl das Schöne am Großelternsein: Maß und Intensität der Zuwendung können Großeltern selbst bestimmen.

Warten aufs „Christkindchen“. Eberhard und Martina Sander haben die Zeit genutzt, um Möbel fürs  Kinderzimmer zu bauen – und eine Puppenwiege für Mia. Und noch etwas tun Eberhard und Martina Sander schon jetzt.: Sie beten für das Ungeborene – genau wie einst für Mia und Cedric. Eberhard Sander sagt: „Für mich ist es selbstverständlich, dass man die Kinder, die Enkelkinder, sogar die noch nicht geborenen Enkelkinder heute schon in Gottes Hand gibt.“

 

 

 

Karin Vorländer /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 13. Dezember 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 13. Dezember 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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