Brot für die Welt

Seit 50 Jahren in den Gemeinden verankert

Wenn in den Gottesdiensten an Heiligabend die Kollekten für "Brot für die Welt" gesammelt werden, dann ist das auch ein Jubiläum: In diesem Jahr läuft die 50. Aktion der evangelischen Hilfsaktion "Brot für die Welt". Das Motto: "Es ist genug für alle da"

Erinnerungsstück: Anfangs wurde mit Büchsen gesammelt, auf denen die "Hungerhand" aufgedruckt war. LupeErinnerungsstück: Anfangs wurde mit Büchsen gesammelt, auf denen die "Hungerhand" aufgedruckt war.

 

Nicht nur ein Jubiläum, sondern vor allem die Fortsetzung einer guten Tat: „Hunderttausende Menschen haben eine Chance erhalten, ihr Leben in Würde und Stolz auf ihre eigene Kraft zu führen“, freut sich „Brot für die Welt“-Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Doch auch die 50. Aktion sei nötig. Denn noch immer hungerten 930 Millionen Menschen weltweit.

Auch die 774 rheinischen Kirchengemeinden zwischen Emmerich und Saarbrücken beteiligen sich aktiv. Seit nunmehr fünf Jahrzehnten gehören Weihnachten und „Brot für die Welt“ eng zusammen: Kollekten aus Advents- und Weihnachtsgottesdiensten, Erträge von Basaren und Spenden von Gemeindegruppen haben ihren festen Platz. „Das Engagement der evangelischen Aktion 'Brot für die Welt' gründet in der Mitte des christlichen Glaubens und ist in der Mitte evangelischer Kirchengemeinden fest verankert“, betont daher auch der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber.

Präses: Klage über ungleichmäßige Verteilung

Anlässlich der 50. Aktion „Brot für die Welt“ hat Präses Nikolaus Schneider zu einer gerechten Verteilung der Nahrungsmittel weltweit aufgerufen. In seiner Kanzelabkündigung, die in den Heiligabend-Gottesdiensten in allen 774 Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland verlesen wird, schreibt der Präses: „Weltweit wird mehr als genug Nahrung produziert, damit alle Menschen satt werden können. Und doch stirbt alle dreieinhalb Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger oder Unterernährung: Die Nahrung ist auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt. Spekulanten handeln mit Lebensmitteln wie mit Aktien. Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos.“

Deshalb komme es auf jede Spende für „Brot für die Welt“, damit durch die traditionsreiche Aktion mehr Verteilungsgerechtigkeit erreicht werden könne: „Heiligabend ist Grund zu Freude und Dank. Wir freuen uns, dass Gott Mensch geworden ist. Wir sind dankbar dafür, dass Er uns in diesem Kind das Leben schenkt. ,Brot für die Welt’ möchte diese Freude und den Dank weitergeben. Auch andere Menschen sollen daran Anteil haben“, so Schneider. Seit 50 Jahren helfe „Brot für die Welt“ Menschen, „die nicht so reich beschenkt sind wie wir“. 

Damals stand die eigene Hungerzeit noch lebhaft in Erinnerung

Bei der ersten Aktion von „Brot für die Welt“ kamen Sammelbüchsen zum Einsatz, auf denen die „Hungerhand“ des Berliner Künstlers Rudi Wagner zu sehen war. Die Textzeile forderte auf:„Wenn Du wieder satt geworden bist, gib 5 Pfennig für die Hungernden“. Der heute seltsam fremd anmutende Satz traf das damalige Lebensgefühl der Deutschen, denen trotz des Wirtschaftswunders die eigene Hungerzeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch lebhaft in Erinnerung war. 190.000 Exemplare der Broschüre „Brot für die Welt“ wurden in der Bundesrepublik und in der DDR verteilt, Faltblätter in Millionenauflage gedruckt und ausgelegt.

Heute fördert „Brot für die Welt“ mit den Spendenmitteln mehr als tausend Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Über ein dichtes Netzwerk von Kirchen, kirchlichen und gesellschaftlichen Organisationen wird so „Hilfe zur Selbsthilfe“ geleistet. Die 50. Aktion steht unter der biblischen Grundüberzeugung "Es ist genug für alle da". Der besondere Schwerpunkt liegt auf Fragen der Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels.
 

 

 

ekir.de/wsk/jpi; Foto: Brot für die Welt / 23.12.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 22. Dezember 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 23. Dezember 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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