Schulstiftung

"Schlafmünzen" helfen bei Schulprojekten

Eine Kiste voller Münzen und Scheine aus allen möglichen Ländern steht im Büro von Guedo Wandrey. Doch der Konrektor der Wilhelmine-Fliedner-Realschule hat keinen Schatz gefunden, sondern seine Schülerinnen und Schüler haben Schlafmünzen gesammelt.

Schüler der Klasse 6a der Wilhelmine-Fliedner-Realschule mit ihren "Schätzen". LupeSchüler der Klasse 6a der Wilhelmine-Fliedner-Realschule mit ihren "Schätzen".

Schlafmünzen, das ist Geld aus fernen Ländern oder Münzen und Scheine in den europäischen Währungen, die seit der Euro-Einführung nicht mehr gültig sind. Gesammelt haben die Schülerinnen und Schüler zugunsten der Schulstiftung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

"Viele Scheine und Münzen mit Schriftzeichen, die ich nicht lesen kann und mit asiatisch aussehenden Personen, ganze Münzsammlungen und ab und an auch einen Euro", so beschreibt Wandrey den Inhalt seiner Schatzkiste.

 

 

 "Für einen guten Zweck legen wir uns immer ins Zeug"

Auch die Schülerinnen und Schüler der Viktoriaschule in Aachen haben Schlafmünzen gesammelt. Er habe sie sogar ein wenig bremsen müssen, erklärt Axel Schneider, Rektor der Viktoriaschule, lächelnd. Denn die Schülerinnen und Schüler hatten an allen Türen in der Nachbarschaft geklingelt. "Das sah aus wie eine Haussammlung, die Menschen waren verunsichert, was mit der Schule los ist."

Doch Schneider ist stolz auf seine Schülerinnen und Schüler. "Für einen guten Zweck legen wir uns immer ins Zeug." Zwei Kartons voller Geld standen am Ende der Aktion in seinem Zimmer. "Die waren so schwer, dass wir die nur mit mehreren Männern tragen konnten", erinnert er sich.

 

 

Kisten mit 60 Kilo Geld

Die Geldkisten kommen zu Uwe Seils, dem Vorsitzenden der Schulstiftung der rheinischen Kirche. Er tauscht Geld, das noch gültig ist. Was nicht mehr gültig ist, geht gegen Spenden an Sammler. Seit neun Jahren sammelt Seils Schlafmünzen und hat mit dem Erlös rumänische Kinder- und Behindertenheime unterstützt. Ab Januar wird das Geld für die Förderung von Schülern eingesetzt. Die besonderen und profilbildenden Schwerpunkte der Schulen sollen unterstützt werden.

 

 

Und den Anfang beim Geldsammeln haben die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schulen gleich selber gemacht. Einige Schulen hätten 50 bis 60 Kilo Geld gesammelt, berichtet Seils. Er schätzt, dass bei der Aktion einige Tausend Euro zusammenkommen werden. Dabei hat er noch gar nicht alle Kisten gesehen, denn manche Schulen sammeln noch bis zu den Weihnachtsferien. Die genauen Ergebnisse wird er deswegen erst Anfang kommenden Jahres kennen.


Doch Seils ist vom Erfolg der Aktion schon überzeugt. Ein Anreiz für die Schülerinnen und Schüler sei sicher auch der Preis für die Klasse, die am meisten sammelt, glaubt er. Sie bekommt auch Geld, keine Schatzkiste voll, aber einen gültigen grünen Schein: 100 Euro für die Klassenkasse.

 

ekir.de/Petra Anna Siebert / 01.12.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 16. November 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 1. Dezember 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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